Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy © Georges Gobet/AFP/Getty Images

Spaniens Schulden sind trotz der Sparpolitik auf einem Rekordhoch: Die Verbindlichkeiten des Staates beliefen sich im ersten Quartal dieses Jahres auf 923 Milliarden Euro, wie die Madrider Zentralbank mitteilte. Das entspreche 88,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.  

Im vorigen Quartal hatte die Quote noch vier Prozentpunkte niedriger gelegen. Ziel der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy ist es, dass in diesem Jahr die Schulden nicht über 91,4 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Erlaubt sind nach den EU-Regeln eigentlich maximal 60 Prozent. 2008 lag die Verschuldung Spaniens noch bei 40 Prozent.

Grund für die Entwicklung ist neben dem harten Sparkurs der Regierung auch die schwache Konjunktur. Spanien erlebt derzeit sein zweites Rezessionsjahr in Folge. Die Wirtschaft wird nach Schätzung der EU-Kommission 2013 um 1,5 Prozent schrumpfen.

Rating nur knapp über Ramsch-Niveau

Die Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit Spaniens nur knapp über dem Niveau von Ramschanleihen. Selbst diese Benotung könnte sich noch verschlechtern: Standard & Poor's teilte mit, dass eine Herabstufung in den Ramsch-Bereich, der spekulative Anlagen kennzeichnen soll, möglich sei.  

S&P begründete die skeptische Haltung mit der Gefahr, dass der politische Reformwille der konservativen Regierung von Ministerpräsident Rajoy erlahmen könnte. Außerdem sei die spanische Wirtschaft hoch verschuldet und die Lage der öffentlichen Haushalte angespannt.