Berlin : Flughafen Tegel soll dauerhaft geöffnet bleiben

Kurz nach Eröffnung des neuen Berliner Flughafens BER sollte Tegel eigentlich schließen. Nun gibt es Pläne, dass dieser als Premiumstandort geöffnet bleiben soll.

Am Flughafen Berlin Tegel sollen noch 2017 genauso viele Flugzeuge abheben und landen wie am neu geplanten Großflughafen BER. Aus einem der ZEIT vorliegenden vertraulichen Strategiepapier des Managements geht hervor, dass 2015 überhaupt erst ein Teilumzug von Tegel nach BER erwogen wird.

Noch 2017 sollen in Tegel pro Stunde 42 Maschinen abheben oder landen, genauso viele wie dann am neuen Flughafen. Bis 2019 soll Tegel gar zum "Premiumstandort" weiterentwickelt und damit unbefristet weiter betrieben werden. Laut Planfeststellungsbeschluss müsste der Flughafen Berlin Tegel ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des neuen Willy-Brandt-Flughafens stillgelegt werden.

Die Inbetriebnahme des neuen Großflughafens wurde bislang viermal verschoben – zuletzt im Januar. Grund sind unter anderem Mängel an der Brandschutz-Anlage. Ein neuer Eröffnungstermin soll im Herbst genannt werden.

Mehdorn will BER teilweise öffnen

Der Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Hartmut Mehdorn, hat aber bereits konkrete Pläne zur Teileröffnung des BER vorgelegt. Möglich wäre der Betrieb mit zwei kleinen Fluggesellschaften, 1.500 Fluggästen und sechs oder acht Flugzeugen am Tag, sagte Mehdorn.

Kritik aus der Politik an einer schrittweisen Eröffnung wies Mehdorn zurück: "Das wird eine Entscheidung der Geschäftsführung sein und kein politischer Beschluss." Der Vorschlag, den Flughafen schrittweise zu öffnen, war in Politik und Wirtschaft zuletzt auf ein geteiltes Echo gestoßen.

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Kommentare

30 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Große Stadt != Metropole

Und die größte Stadt zwischen London und Paris ist... Le Havre. Wie Sie sicherlich merken, macht die Lage zwischen zwei Metropolen noch lange nicht jede Stadt zu einer Metropole. Sicherlich ist Berlin die Hauptstadt und hat neben Politik auch Kunst/Musik zu bieten. Aber da gibts noch andere Faktoren, die aus einer Stadt eine Metropole machen. Da wäre zum Beispiel die Wirtschaft. Und da zählt eben nicht nur der Tourismus. Oder wird Bali zur "Metropole" weil dort die meisten Touristen der Region einfliegen? Ich glaube kaum.

Was den Bevölkerungszuwachs angeht, da haben Sie sicherlich recht was die absoluten Zahlen angeht, prozentual jedoch gibt es eine ganze Liste von deutschen Städten (z.B. München 11,1%, Dresden 9%, Hamburg 4%), die mehr Zuwachs haben als Berlin (2,2%). Und das obwohl in Berlin auch Bezirke wie Friedrichshagen mit eingerechnet werden, die andernorts bereits als Vorort gelten würden - nicht der Stadt zugehörig.

Meiner Meinung nach haben wir in Deutschland keine Metropole. Berlin ist die einwohnerreichste Stadt Deutschlands, aber das ist es dann schon. Um zu erfahren, wie sich eine Metropole anfühlt, empfehle ich mal in einer zu Leben, z.B. Paris, New York, Hong Kong, Shanghai oder Tokyo (wo ich bisher gelebt habe), oder auch die anderen bekannten wie z.B. London, o.ä.

Sind Ihre Vorstellungen nicht eher von dem ...

Motto getragen "ich hätte gern mein altes Westberlin wieder"?

Ihre Sichtweise ist höchstgrade rückwärtsgewandt. Weder ist der Bahnhof Zoo von Größe und Ausstattung her geeignet, einen IC(E)-Bahnhof für Deutschlands größte Stadt und Hauptstadt sein zu können, noch ist dies der Flughafen Tegel.

Ich kann ja den autofahrenden Altwestberliner verstehen. Für den ist Tegel konkurrenzlos nahe und man kennt den Weg, muss sich nicht an neue Wege und Schilder gewöhnen und alles ist schön bequem. Aber so kommt Berlin nicht vorwärts.

CHILLY

Die roten Zahlen am BER wird es geben, wenn man ...

Tegel weiter offen lässt. Viele Fluggesellschaften werden versuchen am "Premiumstandort" zu bleiben und sich die Kosten für den Umzug sparen. Dann bleibt für den neuen BER in der Tat nur wenig attraktives Übrig. Abgesehen davon, dass sich für die Flughafengesellschaft die laufenden Betriebskosten massiv erhöhen werden, wenn zwei Flughäfen, davon einer, der technisch schon längst "abgeschrubbt" ist und aus dem "letzten Loch pfeift", wie Tegel. Der sicherste Weg in rote Zahlen ist es, zwei Flughäfen betreiben zu wollen.

CHILLY

Metropole....

...ist ein dehnbarer Begriff. Neben den ausländischen Touristen - die z.B. in Hamburg wegen schlechten Wetters, einer sehr begrenzten Zahl von historischen Sehenswürdigkeiten und Museen und schlecht angebundenem Flughafen nicht ganz so viele sind, wie in Berlin - definiert sich eine Metropole auch aus der Sogwirkung auf ein zunehmend urbanisiertes Umland, dem Kulturangebot, der städtischen Infratstruktur usw.

Gerade bei der Wirtschaft sieht es in Berlin ja eher traurig aus. Großer Daxkonzern aus Berlin? Fällt mir spontan keiner ein. Und Umland ist in Berlin auch nicht wirklich vorhanden. Berlin ist sich durchaus eher selbst Umland.

Daran gemessen gibt es in Deutschland überhaupt keine Metropolen, mit Ausnahme vielleicht von München. Ach ja: Die größte Stadt zwischen Moskau und Paris ist mitnichten Berlin, sondern St Petersburg (Auf dem Seeweg :-)). Fragen Sie mal einen Moskauer, ob das eine Metropole ist....

Eine Metropole hätte übrigens eine sinnvolle Verwendung für riesige Brachflächen in der Innenstadt, wie das Tempelhofer Feld....