Goldman Sachs gibt nach: Die Investmentbank kündigte Änderungen in ihrem Geschäft mit Aluminium an. Damit will sie den Vorwurf entkräften, für den US-amerikanischen Markt bestimmtes Aluminium künstlich knapp zu halten und so die Preise für den Rohstoff in die Höhe zu treiben. Ihre Tochter Metro International Trade Services, die 27 Lagerhäuser in Detroit betreibt, soll künftig Endkunden vorrangig bedienen. Diese hatten sich offenbar besonders über lange Lieferzeiten beschwert.

Zudem teilte Goldman Sachs mit, man unterstütze die Forderung nach mehr Transparenz im Handel mit Aluminium. Die Bank will stärker offenlegen, wem das Aluminium in den Metro-Lagerhäusern gehört, die von der Londoner Metallbörse (London Metal Exchange/LME) beaufsichtigt werden.

Mit diesen Vorschlägen reagiert die Investmentbank auf die hitzige Diskussion, die in den USA derzeit über die Nebengeschäfte einiger Großbanken von der Wall Street geführt wird. 

Goldman Sachs wurde vorgeworfen, mit ihren Aluminiumgeschäften in Detroit die Auflagen der Metallbörse LME geschickt zu umgehen. Die LME fordert, dass aus jedem Lagerhaus mindestens 3.000 Tonnen Aluminium pro Tag ausgeliefert werden müssen. Damit will die Börse die in den USA verfügbare Menge des Metalls und somit auch dessen Preis regulieren. Goldmans Tochter Metro International transportierte die Aluminium-Barren jedoch einfach von einem Detroiter Lagerhaus ins nächste, berichtete die New York Times. Nur schätzungsweise ein Zehntel ging an die Abnehmer.

Neben Goldman Sachs sind auch weitere Geldinstitute wegen ihrer Geschäfte mit Rohstoffen in den Fokus der Aufsichtsbehörden und der Politik geraten. Sowohl der amerikanische Senat als auch die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) untersuchen die Vorgänge. Anfang der Woche hatte die US-Großbank JP Morgan Chase bereits angekündigt, sich von der heiklen Geschäftssparte trennen zu wollen.

Die LME hatte Anfang Juli unter dem Druck des US-Bierbrauerverbandes Beer Institute neue Regelungen für die Auslieferung von Rohstoffen aus den von ihr kontrollierten Lagerhäusern in Aussicht gestellt. Die Regeln sehen vor, dass die Lagerhäuser grundsätzlich mehr Rohstoffe ausliefern müssen als angeliefert werden. Goldman Sachs teilte mit, die Absicht dieser Reform zu unterstützen. Die Reform werde Warteschlangen verringern und neue verhindern.

Goldman Sachs bot auch an, den Endverbrauchern schnell Zugang zu sofort verfügbarem Aluminium zu geben. Lieferungen, die "in der Warteschlange feststecken", sollten vorgezogen werden.