Poul Thomsen, Chef der Griechenland-Mission beim Internationalen Währungsfonds vor einem Treffen mit dem griechischen Finanzminister. © Petros Giannakouris/AP/dpa

Die griechische Regierung hat ihre Gespräche mit der internationalen Geldgeber-Troika zu neuen Finanzhilfen abgeschlossen. "Wir haben bedeutende Fortschritte gemacht", erklärte der Chef der Griechenland-Mission beim Internationalen Währungsfonds (IWF), Poul Thomsen. Am Treffen nahmen auch Kontrolleure der EU und der Europäischen Zentralbank (EZB) teil.

Bei einer Sitzung der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel sollen Kredite von bis zu 8,1 Milliarden Euro für Griechenland beschlossen werden. Ein Teil der Summe wird benötigt, um Anleihen im Wert von 2,2 Milliarden Euro abzulösen. Ihre Rückzahlung wird im August fällig.

Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras äußerte sich zwar optimistisch, dass es am Montagabend zu einer Einigung in der Euro-Gruppe kommen werde. Da der Prüfbericht der Geldgeber-Troika erst in letzter Minute vorliegen wird, rechnen Brüsseler Diplomaten allerdings nicht mit schnellen Beschlüssen. Möglich ist eine Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise bei einer Telefonkonferenz. Es wird auch damit gerechnet, dass die Hilfen in mehreren Teilbeträgen ausgezahlt werden.

Die Gläubiger Griechenlands, zu denen neben dem IWF auch die Euro-Staaten gehören, überprüfen in Athen regelmäßig, ob die Regierung ihre Spar- und Reformauflagen erfüllt, die eine Gegenleistung für das Hilfspaket sind. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigte sich zuversichtlich. Rehn sagte, es liege jetzt an Griechenland, die verbliebenen Probleme auszuräumen.

Streit gab es etwa über den öffentlichen Dienst. Die Regierung hatte nicht wie vereinbart bis Juni 12.500 Stellen in ein "Mobilitätsprogramm" verlagert. Demnach sollen die Staatsbediensteten entweder versetzt oder entlassen werden. Nach griechischen Angaben wurde in diesem Punkt am Samstag eine Einigung erzielt. Verhandelt wurde auch darüber, wie eine Haushaltslücke geschlossen werden kann.

Unterdessen wurde die Latte bei den Privatisierungen niedriger gehängt: Nach dem vorläufigen Scheitern des Verkaufs der staatlichen griechischen Erdgasfirma Depa an den russischen Staatskonzern Gazprom Anfang Juni rechnen Athen und die Geldgeber-Troika mit deutlich weniger Einnahmen aus Privatisierungen in diesem Jahr als ursprünglich geschätzt wurde. Die griechische Nachrichtenagentur Amna berichtete, die Zielvorgabe für die Privatisierung sei von 2,6 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden bis Ende des Jahres gesenkt worden.

Bei dem Treffen der Euro-Gruppe wird es auch um Zyperns Finanzsektor gehen. Präsident Nikos Anastasiades bat im Juni um weitere Hilfen für die größte Bank des Landes, die Bank of Cyprus. Entscheidungen zu Zypern stehen bei dem Treffen nicht an.