FinanzkriseObama warnt vor wachsender Ungleichheit in den USA

Amerikas Präsident kritisiert in einem Interview ungewohnt deutlich die wachsende Einkommensungleichheit im Land. Er fordert mehr Staatsausgaben.

US-Präsident Barack Obama

US-Präsident Barack Obama  |  © Kevin Lamarque/Reuters

Amerikas Präsident Barack Obama hat sich in einem Interview mit der New York Times besorgt darüber geäußert, dass die wachsende Einkommensungleichheit und die Folgen der Finanzkrise den sozialen Frieden des Landes gefährden. Die Möglichkeit des Aufstiegs für alle Bürger sei seit jeher Bestandteil der amerikanischen Identität gewesen, sagte Obama. Die Aufstiegschancen seien jedoch seit 20 oder 30 Jahren immer geringer geworden. Wenn die Politik nichts dagegen unternehme, werde sich dieser Trend verschärfen.

Vor dem Hintergrund des umstrittenen Freispruchs von George Zimmerman sagte Obama, der Kampf gegen den Rassismus in den USA sei ohne wirtschaftliche Stabilität nicht zu gewinnen. "Die Spannung zwischen den Rassen wird nicht geringer. Sie könnte sogar zunehmen, weil die Menschen das Gefühl haben, dass sie gegen eine andere Gruppe um die Verteilung immer weniger werdender Güter kämpfen müssen."

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Amerikas Wirtschaft sei zwar wesentlich stärker als noch vor vier Jahren, sagte Obama weiter. Viele Menschen aber würden sich Sorgen um ihre Zukunft machen. "Deshalb sind die Menschen ängstlich und frustriert." 

Republikaner wollen mehr sparen

Ohne eine Abkehr von der "schädlichen Sparpolitik" hin zu mehr Wachstumsförderung, werde nicht nur die Mittelklasse immer kleiner. Es werde auch unmöglich, Themen wie Handel, Klimawandel und Einwanderung zu verhandeln.  

Obama forderte Investitionen in Infrastruktur, Bildung, erneuerbare Energien und Forschung. Die Republikaner, die eine Mehrheit im Repräsentantenhaus haben, lehnen solche Maßnahmen strikt ab. Sie wollen stattdessen die Einsparungen im neuen Haushaltsjahr ausweiten, das am 1. Oktober beginnt.

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Leserkommentare
    • joG2.0
    • 28. Juli 2013 15:57 Uhr

    .....wird es schwierig. Er wird vermutlich eher die Haushaltsausgaben senken müssen und sie umverteilen, so dass sie seine Ziele erreichen. Und er könnte ja etwas Platz schaffen, wenn er die Militärausgaben und Gesundheitsausgaben auf das deutsche Niveau herunterschraubt. Das wird zwar für uns hier drüben schlecht, da irgendwer die internationale Sicherheit dann ja noch herstellen und erhalten muss. Aber die Amis können umdisponieren und werden das auch mittelfristig müssen.

  1. Er könnte ja auch einfach die Milliarden, die in die "Terrorabwehr" verschwendet werden, für den Sozialaufbau nutzen. Damit würde so einiges in Sachen Gerechtigkeit erreicht werden können.
    Nunja, zumindest wenn es ihm denn wirklich um eine gerechte, gesunde Gesellschaft ginge. :P

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  2. Wie wärs mit fünktionieren Gewekschaften?

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  3. ...sie werden aber zum Nachteil des Souveräns eingesetzt.

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  4. ...steht schließlich auch demonstrierend auf der Straße:

    Fighting Back Against Wretched Wages
    http://www.nytimes.com/2013/07/28/sunday-review/fighting-back-against-wr...

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  5. wie er diese Investitionen finanzieren will ? Das wird wohl der Knackpunkt bei den Republikanern sein.

    Schön reden konnte er ja schon immer. Und wo sind seine konkreten Konzepte ?

    ( Für eine solche Rede zu Begin seiner ersten Amtszeit bekam er ja sogar den Friedesnobelpreis - wo ist diesbezüglich jetzt sein Konzept z.B. für Ägypten ?
    Aber sorry, ich schweife ab... )

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    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wir Deutsche/Europäer haben da eine andere Mentalität und Politikkultur.
    Schönes Blabla bringt dort sehr viel mehr Wählerstimmen als konkrete Konzepte. Das könnte ja vielleicht auch an der wirklich enormen Bildungsungleichheit liegen. Die meisten Bürger dort sind - vorsichtig ausgedrückt - "gering gebildet", während eine relativ kleine Elite absolute Spitzenbildung bekommt ($$$).

    Und ja, Obama könnte auch ohne die Sozialdarwinisten (Republikaner) seine Ziele umsetzen. Durch geschickte Umverteilung der Mittel. Ich würd die Axt vor allem beim ausufernden Behörden- und Militärapparat (Stichwort Zusammenlegung) ansetzen und mit dem Geld Arbeitsplätze in der Renovierung der extrem maroden Infrastruktur schaffen.

    Vor allem hätte eine Umverteilung in den USA sogar selbsttragende Effekte:

    "Die Inhaftierungsrate in den USA ist mit 751 Häftlingen pro 100.000 Einwohnern bis zu dreizehnmal höher als in der Europäischen Union".
    Die meisten davon sitzen wegen Drogen und Eigentumsdelikten. Die Gefängnisse fressen dicke (zig)Milliardenlöcher in die Haushalte der USA.

  6. Er ging damals mit positiven Erwartungen überfrachtet, einem Heiland gleich in der Verehrung, an den Start.

    Er ist inzwischen gescheitert nach seinen eigenen Maßstäben, weil er in der Tagespolitik zu starke Gegner hat. Schöne Worte kann er aussprechen weil er eh nicht wieder gewählt werden darf.

    5 Leserempfehlungen
  7. Diese Akzentverschiebung war überfällig. Nun gilt es, sich der Obstruktion der Republikaner wirksam zu erwehren.

    Einem Paukenschlag in der Finanzaristokratie käme die Nominierung Janet Yellens gleich -> https://www.youtube.com/watch?v=5Y9MHjBnP-c

    Mal bschauen, ob Obama nun mutiger wird.

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  • Quelle fz
  • Schlagworte Barack Obama | Energie | Finanzkrise | Forschung | Handel | Klimawandel
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