Der Ausbau neuer Nordsee-Windparks kommt nicht voran wie geplant. Aus einem Projektbericht zur Energiewende für den Netzbetreiber Tennet geht hervor, dass bis 2023 lediglich Anlagen mit einer Leistung von 3.700 bis maximal 5.900 Megawatt entstanden sein werden. Offiziell plant die Regierung 10.000 Megawatt neu-installierte Offshore-Leistung bis 2020.

In dem Bericht heißt es weiter, dass bisher nur Windparks mit einer Leistung von 2.900 Megawatt überhaupt über eine Finanzierung verfügen. Laut Offshore-Branche sind der Grund für die zurückhaltenden Investitionen die nach 2017 schlechter werdenden Förderkonditionen. Bis 2017 wird eine Kilowattstunde aus Windparks mit 19 Cent vergütet, danach nur noch mit 13,95 Cent.

Sollten die Ausbauziele verfehlt werden, dann entstehen zusätzliche Kosten. In dem Projektbericht heißt es, dass ab 2016 "Leerkosten" von 500 Millionen bis einer Milliarde Euro für ungenutzte Netzanschlüsse entstehen könnten.

Der Energie-Beauftragte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, fordert wegen der hohen Kosten den Verzicht auf einen weiteren Ausbau von Windkraftparks. Er befürchtet, dass die entstehenden Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden. Um den Anschluss zu beschleunigen und um rechtliche Unsicherheiten aufzulösen, hatte die Bundesregierung eigens eine Haftungsumlage eingeführt, die seit 2013 bereits Teil des Strompreises ist.