Erneuerbare EnergieAusbau der Windenergie stockt

Bis 2020 sollten Windparks mit einer Leistung von 10.000 Megawatt entstehen. Laut einer neuen Studie wird nicht einmal die Hälfte fertig und das wird teuer.

Der Alpha-Ventus-Windpark vor der deutschen Nordseeküste

Der Alpha-Ventus-Windpark vor der deutschen Nordseeküste  |  © Sean Gallup/Getty Images

Der Ausbau neuer Nordsee-Windparks kommt nicht voran wie geplant. Aus einem Projektbericht zur Energiewende für den Netzbetreiber Tennet geht hervor, dass bis 2023 lediglich Anlagen mit einer Leistung von 3.700 bis maximal 5.900 Megawatt entstanden sein werden. Offiziell plant die Regierung 10.000 Megawatt neu-installierte Offshore-Leistung bis 2020.

In dem Bericht heißt es weiter, dass bisher nur Windparks mit einer Leistung von 2.900 Megawatt überhaupt über eine Finanzierung verfügen. Laut Offshore-Branche sind der Grund für die zurückhaltenden Investitionen die nach 2017 schlechter werdenden Förderkonditionen. Bis 2017 wird eine Kilowattstunde aus Windparks mit 19 Cent vergütet, danach nur noch mit 13,95 Cent.

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Sollten die Ausbauziele verfehlt werden, dann entstehen zusätzliche Kosten. In dem Projektbericht heißt es, dass ab 2016 "Leerkosten" von 500 Millionen bis einer Milliarde Euro für ungenutzte Netzanschlüsse entstehen könnten.

Der Energie-Beauftragte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel, fordert wegen der hohen Kosten den Verzicht auf einen weiteren Ausbau von Windkraftparks. Er befürchtet, dass die entstehenden Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden. Um den Anschluss zu beschleunigen und um rechtliche Unsicherheiten aufzulösen, hatte die Bundesregierung eigens eine Haftungsumlage eingeführt, die seit 2013 bereits Teil des Strompreises ist.

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Leserkommentare
  1. Alpha Ventus nicht Alpha Ventur.

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  2. vor einem Regierungswechsel im September eigentlich garnicht fürchten.
    Die sog. "Energiewende" steht als ein Abenteuer an allen Fronten im Raum. Es könnte ja durchaus interessant sein, dies mal von einem grünen Umweltminster vertreten zu sehen.
    Neben den finanziellen die sachlichen Widersprüche.
    Maiswüste kontra Naturschutz, stillstehende Windräder, bzw. solche die nur auf dem Papier stehen. Verspargelte Landschaften und Flachmeere (- völlig harmlos???)
    Und in den Kreisen der Kohleverstromer herrscht gegenwärtig ja auch nicht grad schlechte Laune.
    Was soll künftig eine Kilowattstunde in der Windflaute kosten, gemessen an dem, was man als interessierter Zeitungsleser zum Thema "Speicherung" präsentiert bekommt?
    ...... wie gesagt, die Alternative wäre eine grundlastfähige und Kostengünstige Stromversorgung - die wir bisher hatten.

    Der grüne Spießbürger von heute will sich waschen ohne sich naßzumachen. Aber es geht nicht mehr um die PV-Anlage auf dem Carport der eigenen Klientel, es geht ums Ganze.

    Warum das Ende der deutschen Nuklearwirtschaft quasi im Haurukverfahren durchgesetzt wird,
    während der Einsatz fossiler Brennstoffe in der Stromerzeugung unangetastet bleibt bzw. steigt, ließe ich mir auch gern erklären.

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    Ich gebe Ihnen recht in dem Punkt dass die Energiewende, so wie sie von Schwarzgelb durchgeführt wird ein Reinfall ist.

    Um die Energiewende zu einem Erfolg zu verhelfen bräuchte es sehr viel mehr Mut und vor allem Tatkraft und Visionen um Ergebnisse zu erzielen.

    Man gewinnt den Eindruck die Merkel hat die Energiewende nur eingeleitet um den Grünen nach Fukushima den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Wer sagt zum Beispiel dass Solaranlagen per Kwh gefördert werden müssen?
    Warum nicht einmalige Kaufanreize schaffen? Wer nur ein bisschen rechnen kann wird sich trotzdem eine Anlage aufs Dach schnallen.

    Auch ist weltweit ein Trend im Gange der sowieso umumkehrbar ist.
    In Australien und sonnenreichen Gegenden ist Solar sowieso schon
    billiger als Kohlestrom und in D ist dieses Ziel auch nicht fern.

    Atomstrom ist wegen der Entsorgunsproblematik schlicht zu teuer.
    Allein die Tatsache das in 50(!) Jahren noch keine Lösung zur Müllproblematik gefunden wurde, spricht für sich!

    • hermse
    • 11. Juli 2013 8:56 Uhr

    Wenn ich den Begriff "Verspargelung" höre, würde ich die Person die dies von sich gibt am liebsten direkt in den Vorgarten eines Atom- oder Kohlekraftwerks zwangsumsiedeln. Das ist mit Abstand der größte Bullsh** den man überhaupt nur aus sich rausdrücken kann.
    Wir haben mitbekommen was Atomenergie verursachen kann (Tschernobyl/Fukushima) und was der immense CO2-Austoß unseren Ozeanen und Wetter etc antut, und regen uns über die OPTIK!!!, ich wiederhole: die Optik einer absolut sicheren und emmisionsfreien Technik auf?!? Einfach nur unglaublich.
    Ich hoffe das keine Außerirdischen uns hier beobachten. Man müsste vor Scham im Boden versinken.

    • Karl63
    • 11. Juli 2013 9:14 Uhr

    als Feindbild für die Nuklearindustrie. Vielleicht erinnern Sie sich, da war mal etwas vor etwas mehr als einem Vierteljahrhundert, in einem fernen Ort in der Ukraine namens Tschernobyl. Seitdem es damals radioaktive Spaltprodukte vom Himmel regnete, sank die Zustimmung unserer Mitbürger / -innen zur Nutzung der Kernenergie ziemlich deutlich, auch wenn diese nicht den Grünen nahe stehen. Als die Regierung Merkel zu Beginn der Legislaturperiode noch eine Verlängerung der Laufzeiten der hiesigen AKWs verkündete hieß es, mittlerweile würden 66% der Bundesbürger /-innen der Nutzung der Kernenergie ablehnend gegenüber stehen.
    Und dann gab es vor Kurzem bei ARTE den Film "Gasland" zu sehen.Der setzt sich äußerst kritisch mit der immensen Umweltverschmutzung auseinander, die die Gewinnung von "billigem" Schiefergas in den USA verursacht.
    Keine Frage, am Ausbau der Nutzung von regenerativen Energien führt kein Weg vorbei, nur so lässt sich unserer immenser Energiebedarf langfristig sichern. Nur was diese Regierung dazu abliefert, wirkt widersprüchlich und desorganisiert. Bislang hieß es immer, der Ausbau von Offshore - Windenergie stockt, weil Netzbetreiber wie Tennet mit dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur nicht voran kommen. Jetzt behauptet Tennet, es bestehe die Gefahr erheblicher Mehrkosten, weil man befürchtet die in Planung befindlichen Leitungen an der Küste würden gar nicht ausgelastet. Nun früher pflegte man so etwas als "Schildbürgerstreich" zu bezeichnen.

  3. Ich gebe Ihnen recht in dem Punkt dass die Energiewende, so wie sie von Schwarzgelb durchgeführt wird ein Reinfall ist.

    Um die Energiewende zu einem Erfolg zu verhelfen bräuchte es sehr viel mehr Mut und vor allem Tatkraft und Visionen um Ergebnisse zu erzielen.

    Man gewinnt den Eindruck die Merkel hat die Energiewende nur eingeleitet um den Grünen nach Fukushima den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Wer sagt zum Beispiel dass Solaranlagen per Kwh gefördert werden müssen?
    Warum nicht einmalige Kaufanreize schaffen? Wer nur ein bisschen rechnen kann wird sich trotzdem eine Anlage aufs Dach schnallen.

    Auch ist weltweit ein Trend im Gange der sowieso umumkehrbar ist.
    In Australien und sonnenreichen Gegenden ist Solar sowieso schon
    billiger als Kohlestrom und in D ist dieses Ziel auch nicht fern.

    Atomstrom ist wegen der Entsorgunsproblematik schlicht zu teuer.
    Allein die Tatsache das in 50(!) Jahren noch keine Lösung zur Müllproblematik gefunden wurde, spricht für sich!

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  4. habe ich nicht kommen sehen. War wirklich unmöglich. Eine subventionierte, überteuerte Technik die unzuverlässig Strom liefert. Gibts doch nicht: will keiner haben?

    Na, sowas...

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  5. Das ist nicht richtig. Er spricht sich gegen Offshore aus, nicht gegen Onshore

    4 Leserempfehlungen
    • hermse
    • 11. Juli 2013 8:56 Uhr
    6. Optik

    Wenn ich den Begriff "Verspargelung" höre, würde ich die Person die dies von sich gibt am liebsten direkt in den Vorgarten eines Atom- oder Kohlekraftwerks zwangsumsiedeln. Das ist mit Abstand der größte Bullsh** den man überhaupt nur aus sich rausdrücken kann.
    Wir haben mitbekommen was Atomenergie verursachen kann (Tschernobyl/Fukushima) und was der immense CO2-Austoß unseren Ozeanen und Wetter etc antut, und regen uns über die OPTIK!!!, ich wiederhole: die Optik einer absolut sicheren und emmisionsfreien Technik auf?!? Einfach nur unglaublich.
    Ich hoffe das keine Außerirdischen uns hier beobachten. Man müsste vor Scham im Boden versinken.

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    nen schönes grundstück über der asse oder ein geräumiges landhaus in der idyllischen gegend um tschernobyl wären doch für solche leute nen schönes plätzchen
    bestimmt günstige grundstückspreise UND KEINE VERSPARGELUNG DER LANDSCHAFT

    was will man mehr

  6. ... stammt aus März. Was ist neu daran?

    • Karl63
    • 11. Juli 2013 9:14 Uhr

    als Feindbild für die Nuklearindustrie. Vielleicht erinnern Sie sich, da war mal etwas vor etwas mehr als einem Vierteljahrhundert, in einem fernen Ort in der Ukraine namens Tschernobyl. Seitdem es damals radioaktive Spaltprodukte vom Himmel regnete, sank die Zustimmung unserer Mitbürger / -innen zur Nutzung der Kernenergie ziemlich deutlich, auch wenn diese nicht den Grünen nahe stehen. Als die Regierung Merkel zu Beginn der Legislaturperiode noch eine Verlängerung der Laufzeiten der hiesigen AKWs verkündete hieß es, mittlerweile würden 66% der Bundesbürger /-innen der Nutzung der Kernenergie ablehnend gegenüber stehen.
    Und dann gab es vor Kurzem bei ARTE den Film "Gasland" zu sehen.Der setzt sich äußerst kritisch mit der immensen Umweltverschmutzung auseinander, die die Gewinnung von "billigem" Schiefergas in den USA verursacht.
    Keine Frage, am Ausbau der Nutzung von regenerativen Energien führt kein Weg vorbei, nur so lässt sich unserer immenser Energiebedarf langfristig sichern. Nur was diese Regierung dazu abliefert, wirkt widersprüchlich und desorganisiert. Bislang hieß es immer, der Ausbau von Offshore - Windenergie stockt, weil Netzbetreiber wie Tennet mit dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur nicht voran kommen. Jetzt behauptet Tennet, es bestehe die Gefahr erheblicher Mehrkosten, weil man befürchtet die in Planung befindlichen Leitungen an der Küste würden gar nicht ausgelastet. Nun früher pflegte man so etwas als "Schildbürgerstreich" zu bezeichnen.

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  • Quelle dpa, fz
  • Schlagworte Energie | Bundesregierung | Strompreis | Windenergie | Regierung
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