VerbraucherschutzAigner fordert Vergleichsportal für Bankgebühren

Banken sind bislang nicht dazu verpflichtet, Dispozinsen und Gebühren im Internet zu veröffentlichen. Die Verbraucherschutzministerin will das ändern.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat ein nationales Vergleichsportal für Gebühren aller Banken gefordert. "Mit versteckten Kosten muss Schluss sein", sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Es werde Zeit, dass sich auch die Bankenbranche konsequent dem Wettbewerb stelle. 

Im Juli hatte eine Leserumfrage von ZEIT ONLINE ergeben, dass einige Banken dreimal so hohe Dispo-Zinsen verlangen wie faire Institute. Die Begründungen dafür waren oft abenteuerlich.  Die ganz großen Abkassierer sind ausgerechnet die Kleinsten: Die regionalen Volksbanken und Sparkassen nutzen ihre Vormachtstellung auf dem Land aus.

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Aigner sagte, ein Vergleichsportal schaffe Transparenz und sei unter anderem der Schlüssel  "im Kampf gegen überzogene Dispozinsen". Gerade die Banken, die ihre Dispozinsen nicht veröffentlichten, seien oft die teuersten. Auf dem Portal sollen Verbraucher nicht nur die Höhe der Dispozinsen, sondern alle Kosten, Gebühren und Zinsen einsehen können.

Aigner greift damit eine Initiative der EU-Kommission auf. Diese hatte im Mai ein Gesetz vorgeschlagen, das den Bürgern den Umgang mit Banken erleichtern soll. Dazu gehört unter anderem das Recht auf ein eigenes Konto. Banken sollen die Verbraucher außerdem über alle Gebühren informieren, die erhoben werden. Die EU-Richtlinie soll in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

© ZEIT Grafik

In Deutschland gibt es laut der Süddeutschen Zeitung Vorbehalte gegen den EU-Vorschlag. Unter anderem hätten das Justiz- und Wirschaftsressort Bedenken geäußert. Dort befürchte man neue Belastungen der Banken durch mehr Bürokratie. Ob und wann der EU-Vorschlag zum Gesetz wird, sei daher noch unklar. Das Verbraucherministerium überlege, das Vergleichsportal zunächst national durchzusetzen. 

Die Höhe der Dispozinsen wollen die Banken freiwillig veröffentlichen, zumindest hatten sie das auf Drängen Aigners im Juni angekündigt. Der Süddeutschen Zeitung sagte Aigner, sie erwarte, dass dieser Ankündigung jetzt auch Taten folgten. Eine gesetzliche Obergrenze für Überziehungskredite lehnt die Bundesregierung ab.

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Leserkommentare
  1. Ein Vergleichportal für sinnvolle Vorschläge die Politiker machen! Damit man vor der nächsten Wahl nachschauen kann welcher Politiker in der letzten Legislaturperiode den meisten Mist geredet hat!

    LG

    Klaus

    4 Leserempfehlungen
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    Wenn sie nur sinnvolle Vorschläge in ihrem Portal haben wollen, würden das wohl ein echt einsames Portal werden, aber Mist würden sie darin nicht erkennen, ansonsten wären die Vorschläge ja nicht sinnvoll.

    Besser wäre ein Porta, das die Wahlversprechen der Politiker vor der Wahl mit den Aktionen nach der Wahl vergleicht, denn ich befürchte unsere liebe Verbraucherministerin, wird sich nach der Wahl an diese Aktion nicht mehr erinnern können.

  2. Zitat:
    Unter anderem hätten das Justiz- und Wirschaftsressort Bedenken geäußert. Dort befürchte man neue Belastungen der Banken durch mehr Bürokratie.

    ... haben wir in Deutschland mehr als genug, hilft sie dem Verbraucher dann taugt sie natürlich nichts. Obwohl, wie viel Bürokratie kann durch eine automatische Übertragung von ein paar Zahlen zu einer Internetplattform entstehen?

    Ich behaupte mal, das die Banken in der Lage sind problemlos hundertausende von Zahlenreihen in die ganze Welt zu übertragen, also kann es wohl daran nicht scheitern.

    4 Leserempfehlungen
  3. Wenn sie nur sinnvolle Vorschläge in ihrem Portal haben wollen, würden das wohl ein echt einsames Portal werden, aber Mist würden sie darin nicht erkennen, ansonsten wären die Vorschläge ja nicht sinnvoll.

    Besser wäre ein Porta, das die Wahlversprechen der Politiker vor der Wahl mit den Aktionen nach der Wahl vergleicht, denn ich befürchte unsere liebe Verbraucherministerin, wird sich nach der Wahl an diese Aktion nicht mehr erinnern können.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Und ich fordere"
  4. Weil keiner nochmal an einen Automaten geht, wo er bereits einmal erbärmlich abgezogen wurde.

    Mir ist das bei einem Geldautomaten von einer Sparkasse geschehen, als ich nicht genügend Geld dabei hatte, die neuen unverschämten TÜV-Gebühren bar zu zahlen. Dekra akzeptiert keine Kreditkarten oder EC-Karten. Für einen Hunderter nahm diese Sparkasse sagen und schreibe 10 Euro Gebühr. Ich war an diesem Tag hoffentlich der einzige, der davon bedient war.

    Wenn Frau Aigner was machen will, soll sie doch die Höhe der Gebühren gesetzlich begrenzen. Gebühren von 3 Euro pro Abhebung haben sich bereits am Markt gebildet.

    Eine Leserempfehlung
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    • fx66
    • 17. August 2013 11:58 Uhr

    Wie lange ist das her?

    > Nach massivem Ärger über Gebühren von bis zu zehn Euro hatte sich die
    > Bankenbranche verpflichtet, die Entgelte direkt auf dem
    > Automatenbildschirm anzuzeigen.

    http://www.rp-online.de/w...

    • fx66
    • 17. August 2013 11:58 Uhr

    Wie lange ist das her?

    > Nach massivem Ärger über Gebühren von bis zu zehn Euro hatte sich die
    > Bankenbranche verpflichtet, die Entgelte direkt auf dem
    > Automatenbildschirm anzuzeigen.

    http://www.rp-online.de/w...

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Völlig unnötig"
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    und hat nichts mit dem Vergleichsportal zu tun.
    Wie schwer kann es eigentlich sein, dass Frau Aigner ihre Forderung durch ihr Ministerium umsetzen lässt? Oder ist sie mehr dafür, dass es jemand ihre Arbeit macht.

  5. Hab mir erst kürzlich ein neues Konto gesucht. Auf privaten Vergleichsseiten und schließlich auf den Homepages der Banken selbst sind die Gebühren und Angebote sehr gut zu vergleichen und zu ersehen. Wenn eine Bank sich da bedeckt hält dann hab ich natürlich kein Interesse, dort ein Konto zu eröffnen.
    Das reguliert sich ganz gut selbst und so viel Vernunft kann man dem Bankkunden doch zutrauen, die Konditionen zu vergleichen, nicht?

    Bei Lebensmitteln, wo ich zum Teil keine Chance habe, zu erfahren was drin ist, macht Frau Aigner hingegen nichts dergleichen.

    Für mich klingt das ein bisschen so wie wenn Frau Aigner in einer Freibierkneipe einen ausgeben will.

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  6. Die "Forderungsministerin" fordert mal wieder was!

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  7. Ja Frau Aigner hängt an ihrem Posten. Verständlich, man darf auf vielen Veranstaltungen im Dirndl umsonst trinken und essen, ein bißchen plaudern und ab und zu muß man eben auch so tun, als ob man sich um Verbraucherschutz bemüht. Aber bitte mit möglichst wenig Aufwand. Schnell eine Website erstellen lassen oder einfach eine Initiative der EU-Kommission aufgreifen reicht da schon. Und natürlich kurz vor der Wahl, denn es braucht ja Gründe um wiedergewählt zu werden. Bei Frau Aigner fällt mir nur irgendwie keiner ein.

    Wie wäre es neben dem Faktomat mal mit einem Leistungs-Check der Minister, was sie an Vor- und Nachteilen in ihrem Ressort für den Bürger erreicht haben?

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    >> Ja Frau Aigner hängt an ihrem Posten. Verständlich, man darf auf vielen Veranstaltungen im Dirndl umsonst trinken und essen ... <<

    ... Posten hängt sie nicht, sie tritt nicht mehr an für den Bundestag.

    Sie will noch mehr Dirndl und alles umsonst, deswegen will sie Seehofers Kronprinzesschen werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, jam
  • Schlagworte Ilse Aigner | Bundesregierung | CSU | EU-Kommission | Recht | Bank
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