Der US-Milliardär Carl Icahn hat nach eigenen Angaben in größerem Umfang Aktien des Computerkonzerns Apple erworben. "Wir halten momentan eine große Position in Apple", schrieb der 77-jährige Icahn auf Twitter. "Wir sind der Überzeugung, dass das Unternehmen extrem unterbewertet ist."

Wie groß der Anteil genau ist, ließ Icahn offen. Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf informierte Personen von einem Investment von etwa einer Milliarde Dollar. Bei einem Apple-Gesamtwert von zuletzt 445 Milliarden Dollar würde Icahn damit Anteile von weit unter einem Prozent halten.

Icahn schrieb, er habe bereits mit Konzernchef Tim Cook gesprochen. Er habe ihm gesagt, dass Apple mehr von seinen Finanzreserven über 147 Milliarden Dollar nutzen sollte, um so schnell wie möglich eigene Aktien zurückzukaufen. Er sei überzeugt, dass Apple mehr wert sei, als es der derzeitige Aktienkurs zeige.

Icahns Auftritt lässt Aktienkurs steigen

Alleine das bloße Auftreten Icahns und seine Forderung wirkten: Die Aktie des teuersten Konzerns der Welt stieg am gestrigen Dienstag um annähernd 5 Prozent auf 489,57 Dollar – der höchste Schlusskurs seit Januar. Der Marktwert von Apple stieg damit um rund 13 Milliarden Dollar.

Apple könne einen Aktienrückkauf im Umfang von 150 Milliarden Dollar stemmen, indem der Konzern Kredite zu einem Zinssatz zu drei Prozent aufnehme, sagte Icahn. Er gehe davon aus, dass die Aktie des iPhone-Herstellers auf 700 Dollar steigen könne, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Unter Cooks Führung war der Aktienkurs im vergangenen Jahr deutlich gefallen.

Der seit 2011 amtierende Konzernchef steht deshalb unter Druck. Die Apple-Aktie ist knapp ein Drittel weniger wert als beim Höchststand von 705,07 Dollar im September vergangenen Jahres. Immerhin haben Gerüchte über die baldige Vorstellung neuer Modelle von iPhone und iPad den Wert zuletzt wieder steigen lassen. Hinzu kam der Anstieg nach dem Investment von Icahn.

Symbol des aggressiven Investors

Carl Icahn war in den achtziger Jahren zu einem Symbol des aggressiven Investors geworden, als er Unternehmen aufkaufte, zerschlug und die Teile mit Gewinn wieder verkaufte. Dies tat er zum Beispiel bei der Fluggesellschaft TWA. Derzeit ist Icahn auch bei der geplanten Übernahme des PC-Herstellers Dell durch Gründer Michael Dell engagiert. Er versucht, das Geschäft zu verhindern und fordert stattdessen eine Sonderdividende für die Aktionäre.

Das US-Magazin Forbes schätzt das Vermögen des Investors auf 20 Milliarden Dollar (Stand Ende Juni). Damit landete er auf der Liste der Superreichen auf Rang 26.