Die Finanzaufsicht BaFin hat Ermittlungen gegen die Deutsche Bank wegen des Vorwurfs zu nachlässiger Kontrollen bei der Geldwäsche aufgenommen. Wie Die Welt berichtet, habe die Behörde eine Ermittlergruppe des Wirtschaftsprüfers EY damit beauftragt, die Systeme des größten deutschen Kreditinstituts zu überprüfen.

Die BaFin wirft der Deutschen Bank vor, sie habe in mehreren Fällen verdächtige Transaktionen zu spät der Polizei gemeldet, weil möglicherweise das interne Alarmsystem nicht richtig eingestellt sei. Das potenzielle Bußgeld betrage in diesem Fall bis zu 100.000 Euro.

Weder die Finanzaufsicht noch die Bank wollen sich zu dem Medienbericht äußern. "Zu einzelnen Instituten nehmen wir grundsätzlich keine Stellung", sagte ein BaFin-Sprecher. Von der Deutschen Bank hieß es, das Institut nehme die Verantwortung im Bereich Geldwäschebekämpfung sehr ernst. "Angesichts der regulatorischen Veränderungen bauen wir unsere Kapazitäten aus und entwickeln unsere Systeme beständig weiter", sagte ein Sprecher der Bank.

Die Finanzaufsicht hat bereits mehrfach gegen die Deutsche Bank ermittelt. Zuletzt hatte BaFin die Deutsche Bank wegen möglicher Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor im Visier. Dabei soll die Finanzaufsicht zu dem Schluss gekommen sein, dass die Bank ihre Mitarbeiter nicht ausreichend kontrolliert habe. Anfang August wurde zudem bekannt, dass die BaFin Untersuchungen wegen mutmaßlicher Manipulationen bei einem viel beachteten Marktindex für Swap-Geschäfte, dem sogenannten Isdafix, eingeleitet hat.