Sehr geehrte Frau Hausmann,

anlässlich meines kürzlichen Aufenthalts in Uganda habe ich von verschiedenen Seiten Kenntnis von dem sogenannten "Fall Kaweri" erhalten und von der Rolle, die FIAN e.V. dabei spielt. Nach vertiefter Prüfung des Sachverhalts bin ich zu der Einschätzung gelangt, dass die fortwährende Kampagne, die Sie gegen die angesehene Neumann Kaffee Gruppe führen, unangemessen und unberechtigt ist. Der Fall ist vor einigen Jahren gründlich vom Ressortkreis der Nationalen Kontaktstelle der OECD untersucht worden, mit dem Ergebnis, dass der Neumann Gruppe GmbH kein Vorwurf gemacht werden kann.

Die Kaweri Plantage ist die größte deutsche Investition in Uganda und hat die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen der Bundesregierung.

In meinen Gesprächen mit hochrangigen Regierungsvertretern in Uganda bin ich darüber hinaus zu der Erkenntnis gelangt, dass Ihre Vorwürfe gegen die Kaweri Coffee Plantation Ltd. nicht nur dem Unternehmen, sondern der ugandischen Kaffeewirtschaft insgesamt erhebliche Nachteile bringen. Uganda erzielt mehr als 50 % seiner Exporterlöse durch Rohkaffee, dabei ist die Neumann Kaffee Gruppe mit ihren lokalen Operationen ein wichtiger Akteur. Ihre Darstellung der örtlichen Verhältnisse bringen nicht nur den von Neumann gehandelten Kaffee, sondern den ugandischen Kaffee insgesamt in dauernden Verruf. Hunderttausende ugandische Kleinbauern sind von den Erlösen aus dem Kaffeeverkauf als "Cash Crop" abhängig. Bei den gefallenen Weltmarktpreisen für Rohkaffee leiden die Kleinbauern durch einen "Uganda-Malus" zusätzlich.

Da Sie in meinem Wahlkreis ansässig sind, möchte ich Sie aus entwicklungspolitischer Sicht bitten, Ihre Darstellung des Falles zu überdenken und die Gesamtsituation in Uganda nicht noch weiter zu verschärfen.

Mit freundlichen Grüßen

(handschriftlich: Ihr Dirk Niebel)