Ein Labyrinth in Form einer Kuh wurde 2009 in einem Acker bei Berlin angelegt. © Thomas Peter/Reuters

Wer abends schnell nach der Arbeit noch das abgepackte Rindfleischsteak kauft, für den sind die ökologischen Folgen seines Einkaufs weit weg. Doch mit jedem Kilo Fleisch, das wir essen, verbrauchen wir knappe Ressourcen – weit mehr als durch eine rein vegetarische Ernährung. Wir selbst spüren die Folgen meist nicht unmittelbar. Aber die Menschen in Entwicklungsländern leiden darunter.

 

Wie stark Fleischkonsum die Umwelt belastet, zeigen beispielhaft drei Kennzahlen. Wir haben verglichen: Wie viel Wasser und Ackerland benötigt die Fleischproduktion? Wie viel die Herstellung von Kartoffeln, die exemplarisch für Gemüse stehen soll? Wie viel Kohlendioxid wird jeweils freigesetzt?

In allen drei Vergleichen schneidet Rindfleisch besonders schlecht ab, schlechter noch als Schweine- und Hühnerfleisch. Die Herstellung von Kartoffeln benötigt demgegenüber deutlich weniger Ressourcen.

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Der amerikanischen Organisation Water Foodprint Network zufolge braucht die Herstellung eines einzigen Kilos Rindfleisch unglaubliche 15.000 Liter Wasser. Das entspricht rund 75 vollen Badewannen – für fünf Rindersteaks. Natürlich trinkt das Tier im Leben nicht so viel. Aber es frisst Getreide, braucht Heu und Stroh. Der Anbau funktioniert nicht ohne Wasser, und auch für die Stallreinigung braucht man ein wenig davon. Virtuelles Wasser nennen Fachleute diese Größen.

Für die Herstellung eines Kilos Hühnerfleisch braucht man hingegen nur rund 5.000 Liter Wasser. Für ein Kilo Kartoffeln reichen schon rund 100 Liter.

Die Folgen des Wasserdursts sind enorm: Wasser wird knapp, die Wasserspiegel sinken. Schon jetzt leben nach Angaben des WWF 2,5 Milliarden Menschen in Gebieten mit Wasserstress. Sie konkurrieren mit der Landwirtschaft um kostbares Süßwasser. Die Fleischproduktion sorgt zudem für eine schlechtere Wasserqualität. Gülle und Kunstdünger für den Futteranbau lassen die Nitrat-und Phosphatbelastung ansteigen, auch Antibiotika-Rückstände aus der Tierhaltung können ins Grundwasser gelangen.