Landwirtschaft : Die Letzten, den Tabak zu brechen

2010 stoppte die EU die Subventionen für den Anbau von Tabak. Für viele Betriebe lohnt sich das Geschäft nun nicht mehr. Wir zeigen Bilder einer Ernte in Rheinland-Pfalz.

Fünf Mal im Jahr ernten Gastarbeiter einer Plantage im rheinland-pfälzischen Ottersheim den Tabak auf den Feldern. Bis 2010 hat die Europäische Union die Tabakbetriebe jährlich mit bis zu einer Milliarde Euro subventioniert. Ohne die Unterstützung lohnt sich der Anbau für viele Bauern aber nicht mehr. Um zu überleben, stellen sie auf andere Agrarprodukte um. Dafür bezahlt die EU noch bis Ende dieses Jahres Hilfen. Mittlerweile gibt es nur noch 200 Tabakplantagen in Deutschland, 50 davon in Rheinland-Pfalz. 2008 waren es deutschlandweit 359 Betriebe.

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Kommentare

9 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Pfleglicher Umgang mit Natur, Lebensmitteln und Menschen?

Solange Landwirte hauptsächlich am Tropf der Subventionen hängen, geht der Trend zur industriellen Landwirtschaft - und es entstehen unerwünschte schädliche Einseitigkeiten.

Das Gegenteil von "immer größer", "immer mehr" und unendlichem Wachstum
muß wieder attraktiv gemacht werden. Das ist die Aufgabe der EU und natürlich von Frau Aigner, der Ministerin für Agrar-Lobbyisten. nennt man das nicht Ordnungspolitik? hat denn der Tanker überhaupt noch eine sinnvolle Richtung?

Man spricht stattdessen von Fleischproduktion und subventioniert Exporte, die den afrikanischen Bauern die Existenzgrundlage zerstören. Pfui Deibel.

Warum der nostalgische Ton?

In Europa werden weniger Drogen angebaut, dafuer mehr nuetzliche Agrarprodukte, und Geld (Subventionen) wird dabei auch noch gespart - das sind ja gleich drei Wuensche auf einmal!

Wenn man bedenkt, dass die USA fuer dasselbe Ziel in Afghanistan oder Kolumbien Drogenplantagen bombardieren (obwohl Kokain und Heroin nur einen Bruchteil der Todesopfer fordern wie Tabak), dann ist das doch wirklich ein Anlass zum Feiern!

@KHans - Schöne heile Welt,

in der sie da leben.

"In Europa werden weniger Drogen angebaut, ..." - Heutzutage gibt es Hinterhofküchen in denen sonstwas zusammengeschüttet wird. Diese Mittelchen erklären sehr leicht warum Tabak ein Genußmittel ist.

"... dafuer mehr nuetzliche Agrarprodukte, ..." - vor meinen Fenster galoppiert gerade ein grünes Pferd lang.

"... und Geld (Subventionen) wird dabei auch noch gespart ..." - Sehr gut, die Finanzeliten brauchen immer welches, können wir gleich über den Schuldendienst durchreichen.

"... dass die USA fuer dasselbe Ziel in Afghanistan oder Kolumbien Drogenplantagen bombardieren ..." - sie haben vermutlich keine aktuellen Zahlen zur Weltdrogenproduktion

"... dann ist das doch wirklich ein Anlass zum Feiern!"

Dazu möchte ich zitieren; Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein. J.W.v.G.

Wenn sie gerne Sklave sind, bitte - aber verlangen sie nicht für andere denselben Lebensstil.