Die griechische Regierung schätzt ihren zusätzlichen Finanzbedarf in den kommenden Jahren auf rund zehn Milliarden Euro. Das sagte Finanzminister Ioannis Stournaras der griechischen Zeitung Proto Thema. Wenn Griechenland erneut Hilfe brauche, werde es sich aber nicht um ein Rettungspaket, sondern um Wirtschaftshilfen handeln.

Ein weiteres Hilfspaket hänge davon ab, ob Griechenland im Haushalt einen Primärüberschuss erziele. Der Zinsdienst für Altschulden wird für diese Bilanz nicht berücksichtigt. Ende 2013 werde feststehen, ob das Ziel in diesem Jahr erreicht werde. Einen Primärüberschuss hatten die Euro-Finanzminister zur Bedingung für weitere internationale Hilfen gemacht.

Griechenland wird derzeit mit einem zweiten Hilfspaket der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) und des Internationalen Währungsfonds in Höhe von 163,7 Milliarden Euro unterstützt. Während dieses Paket Ende 2014 ausläuft, seien die Spar- und Reformauflagen Griechenlands bereits bis 2016 festgelegt und dadurch nicht veränderbar, sagte Stournaras.

Merkel warnt vor zweitem Schuldenschnitt

Sein deutscher Amtskollege Wolfgang Schäuble sagte, wenn Griechenland zum Ende des laufenden Programms alle Verpflichtungen erfüllt habe, einen Primärüberschuss erziele und weitere Hilfen brauche, sei vereinbart, weitere Maßnahmen zu prüfen. Dies sei "hochwahrscheinlich", werde aber erst im Jahr 2014 geprüft und festgestellt.

Diskussionen über einen zweiten Schuldenschnitt hat Schäuble eine Absage erteilt und wird dabei von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt. "Ich warne ausdrücklich vor einem Schuldenschnitt", sagte Merkel dem Focus. Sollten die Schulden Griechenlands pauschal gekürzt werden, könnte dies "einen Domino-Effekt der Verunsicherung auslösen, an dessen Ende die Investitionsbereitschaft privater Anleger in der Euro-Zone wieder gen null geht". Stournaras sagte, über einen Schuldenschnitt werde nicht debattiert.