Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will künftig keine Branchen ohne Tarifvertrag dulden. Immer mehr Unternehmen hätten keine Tarifverträge, sagte Merkel in einem Wahlkampfauftritt in Münster. Einen von der Opposition geforderten gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohn lehne sie ab. Notfalls werde der Staat künftig Arbeitgeber und Gewerkschaften gesetzlich dazu verpflichten, einen Tarifvertrag abzuschließen, sagte sie.

Sie sieht in den Tarifpartnern die bessere Möglichkeit, zu Lohnuntergrenzen für alle Branchen zu kommen. "Die können das besser", sagte die Kanzlerin vor rund 6.000 Zuhörern auf dem Domplatz in Münster. Wie genau ein solcher Tarifzwang aussehen könnte, ließ Merkel offen.

Die SPD wirbt im Wahlkampf für einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn von 8,50 pro Stunde. Die CDU hatte sich dagegen für branchenweite Lohnuntergrenzen ausgesprochen, wo es bisher keine Tarifverträge gibt. Die Tarifpartner sollen diese jeweils aushandeln.