Verbraucher müssen im kommenden Jahr offenbar mehr für den Strom zahlen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel rechnet die Bundesregierung damit, dass die Ökostromumlage von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde im nächsten Jahr auf einen Betrag zwischen 6,2 und 6,5 Cent steigen wird. Die Kilowattstunde würde für die Finanzierung der Stromnetze um 0,2 bis 0,4 Cent teurer werden.

Am Donnerstag soll die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, ein Sondergutachten zur Energiewende präsentieren. Darin sprechen sich die fünf Kommissionsmitglieder dem Spiegel zufolge für ein neues Modell der Ökostrom-Förderung aus. Sie empfehlen demnach, dass die Regierung den Energieversorgern eine Ökostrom-Quote von zunächst 27,5 Prozent vorschreibt. Stichtag für die Einführung wäre der 1. Januar 2015. Die Quote würde anschließend Jahr für Jahr erhöht, bis im Jahr 2020 insgesamt 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien bezogen werden könnten.  

Die Versorger könnten entscheiden, aus welcher Quelle der Ökostrom komme. Mit dieser Nicht-Regulierung werde nach Meinung der Kommission der Wettbewerb zwischen Windkraft, Fotovoltaik und Biomasse vorangetrieben. Vorbild sei das Quotenmodell für die Ökostrom-Förderung in Schweden.  

Mehr als 2.000 Anträge auf Befreiung von der Umlage

Fachleute hatten schon seit längerer Zeit erwartet, dass die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im nächsten Jahr steigt und dann bei 6,0 bis 6,5 Cent liegt. Es gab auch Schätzungen, wonach pro Kilowattstunde 7 Cent erhoben werden. Für die Festlegung der Ökostrom-Umlage sind die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW, zuständig. Sie legen die Höhe der Umlage unter der Missbrauchsaufsicht der Bundesnetzagentur für das Folgejahr fest. Bis zum 15. Oktober müssen sie die neue Umlage veröffentlichen.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) von Mitte August könnte die Befreiung energieintensiver Unternehmen von der Ökostromumlage im kommenden Jahr andere Firmen und Privathaushalte mit sieben Milliarden Euro belasten. Die schwarz-gelbe Koalition hatte die Ausnahmen für die EEG-Novelle 2012 noch einmal erheblich erweitert und damit die Antragshürden für Firmen gesenkt.

Bis Mitte Juli hatten 2.367 Unternehmen für 2014 einen Antrag auf Ausnahmen von der Zahlung der Umlage beantragt. Begünstigte Firmen zahlen aktuell nur noch 0,05 Cent für die Ökostromumlage. Die Beiträge von befreiten Unternehmen werden auf die übrigen Stromverbraucher umgelegt.