EnergiewendeÖkostromumlage soll um ein Fünftel steigen

Die Bundesregierung rechnet einem Bericht zufolge mit höheren Stromkosten. Eine Kommission fordert eine Ökostrom-Quote für Energieversorger.

Verbraucher müssen im kommenden Jahr offenbar mehr für den Strom zahlen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel rechnet die Bundesregierung damit, dass die Ökostromumlage von derzeit 5,3 Cent pro Kilowattstunde im nächsten Jahr auf einen Betrag zwischen 6,2 und 6,5 Cent steigen wird. Die Kilowattstunde würde für die Finanzierung der Stromnetze um 0,2 bis 0,4 Cent teurer werden.

Am Donnerstag soll die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, ein Sondergutachten zur Energiewende präsentieren. Darin sprechen sich die fünf Kommissionsmitglieder dem Spiegel zufolge für ein neues Modell der Ökostrom-Förderung aus. Sie empfehlen demnach, dass die Regierung den Energieversorgern eine Ökostrom-Quote von zunächst 27,5 Prozent vorschreibt. Stichtag für die Einführung wäre der 1. Januar 2015. Die Quote würde anschließend Jahr für Jahr erhöht, bis im Jahr 2020 insgesamt 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien bezogen werden könnten.  

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Die Versorger könnten entscheiden, aus welcher Quelle der Ökostrom komme. Mit dieser Nicht-Regulierung werde nach Meinung der Kommission der Wettbewerb zwischen Windkraft, Fotovoltaik und Biomasse vorangetrieben. Vorbild sei das Quotenmodell für die Ökostrom-Förderung in Schweden.  

Mehr als 2.000 Anträge auf Befreiung von der Umlage

Fachleute hatten schon seit längerer Zeit erwartet, dass die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im nächsten Jahr steigt und dann bei 6,0 bis 6,5 Cent liegt. Es gab auch Schätzungen, wonach pro Kilowattstunde 7 Cent erhoben werden. Für die Festlegung der Ökostrom-Umlage sind die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW, zuständig. Sie legen die Höhe der Umlage unter der Missbrauchsaufsicht der Bundesnetzagentur für das Folgejahr fest. Bis zum 15. Oktober müssen sie die neue Umlage veröffentlichen.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) von Mitte August könnte die Befreiung energieintensiver Unternehmen von der Ökostromumlage im kommenden Jahr andere Firmen und Privathaushalte mit sieben Milliarden Euro belasten. Die schwarz-gelbe Koalition hatte die Ausnahmen für die EEG-Novelle 2012 noch einmal erheblich erweitert und damit die Antragshürden für Firmen gesenkt.

Bis Mitte Juli hatten 2.367 Unternehmen für 2014 einen Antrag auf Ausnahmen von der Zahlung der Umlage beantragt. Begünstigte Firmen zahlen aktuell nur noch 0,05 Cent für die Ökostromumlage. Die Beiträge von befreiten Unternehmen werden auf die übrigen Stromverbraucher umgelegt.

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Leserkommentare
  1. Aktuell kostet ein Kilo Möhren
    - beim Discounter 0,40 EUR,
    - im Bioladen 3,90 EUR.

    Noch habe ich beim Möhrenkauf freie Wahl.

    Mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Bio-Möhren-Anteil im Verkauf,
    würde das Kilo Mischmöhren ( 50% Bio- und 50% Normalmöhrenanteil )
    dann 2,15 EUR kosten.

    Das wäre eine Preissteigerung von rund 500%.

    Der derzeitige EE-Strom-Anteil iegt bei rund 17%.
    Von jeder normalen Möhre ( 0,40 EUR/kg) schneiden wir also derzeit 17% ab - und kaufen zwangsweise 17% Ökomöhren ( 39 EUR/kg) hinzu.

    Ein Kilo Möhren berechnet sich also derzeit wie folgt:
    830 Gramm normale Möhre zu 0,40 EUR/kg = 0,33 EUR
    170 Gramm Bio-Möhre zu 3.9 EUR/kg = 0,66 EUR

    Gesetzlicher Möhrenpreis bei 17% Ökomöhrenanteil somit 0,99 EUR
    statt bisher 0,40 EUR.

    Die EE-Umlage belastet den deutschen Bundesbürger bei 17% EE-Stromanteil bereits mit
    20 Mia EUR EE-Umlage /80 Mio Einwohner = 250 EUR
    pro Kopf und Jahr.

    Eine vierköpfige Familie zahlt derzeit bei 17% EE-Stromanteil zusätzliche 1000 EUR pro Jahr !

    23 Leserempfehlungen
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    Eine 4-köpfige Familie verbraucht im Jahr ca. 5000 kWh für etwa 1450 €. Die EE-Umlage beträgt davon 265 € bei 5,3 c/kWh , oder 325 € bei 6,5 c/kWh, aber nicht 1000 €. Das heißt, dass die Belastungen möglicherweise um 60 €/Jahr steigen.

    Allerdings liegt der Herstellungspreis für die solare Kilowattstunde mittlerweile bei nur noch ca. 10 c/kWh, die Wind-Kilowattstunde ist noch deutlich darunter, also erheblich unter dem aktuellen Strompreis und etwas mehr als ein Faktor 2 über dem Herstellungspreis der konventionellen Stromerzeugung. Die große Differenz von 4-10 c/kWh zu 29 c/kWh Endkundenpreis entsteht überwiegend aus Kosten, die nicht mit der Art der Erzeugung zusammenhängen (Steuern, Netze, Verwaltung, Inkasso) und Gewinnen.

    Zur Zeit wird die Modernisierung der Stromnetze allein mit den erneuerbaren Energien begründet, aber hätten die Netzbetreiber hier nicht eine wunderbare Möglichkeit, den sowieso erforderlichen Modernisierungs- und Erhaltungsaufwand zumindest teilweise auf die erneuerbaren Energien abzuwälzen? Dies sollte auf jeden Fall kritisch von der Politik und den Medien beobachtet werden.

    • Burmuda
    • 01. September 2013 11:54 Uhr

    Aktuell kostet ein Kilo
    - Bananen beim Discounter 1 EUR,
    - FairTrade-Bio-Bananen beim Discounter 1,50 EUR

    Sollten wir vielleicht lieber Biobananen mit Moorrüben vergleichen? m(

    Oder vielleicht doch sinnvolles - wie neue AKWs versus Solaranlagen: http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-915672.html

    • Karl63
    • 01. September 2013 12:20 Uhr

    weil auf dem Wochenmarkt (einer Großstadt) habe ich gestern auf dem Kassenzettel € 2,35 fürs Kilo Bio-Möhren vermerkt gesehen.
    Der Vergleich ist insofern wenig Sinnvoll, als dass auch bei Gemüse aus biologischem Anbau der Preis starken saisonalen Schwankungen unterliegt. Im Gegensatz zu Strom kommt derartiges außerhalb der hiesigen Erntesaison schon einmal aus Marokko oder Ägypten - was dann im Zweifelsfall auch mitbezahlt werden muss.
    Um beim Thema Strom zu bleiben, ein Aspekt des Ganzen ist unzweifelhaft, Philip Rösler meint, er müsse ein Instrument geschaffen für Betriebe wie Aluminiumhütten nutzen, um Geschenke zu verteilen. Auf Ihre Sichtweise der Dinge übersetzt hieße dies so in etwa: die Mehrheit der Kunden möge bitte €3,90 fürs Kilo Möhren bezahlen, damit Milliardenschwere Großunternehmen die Möhren für €0,40 das Kilo beziehen können.
    Ein anderer Aspekt ist, trotz "Liberalisierung" des Strommarktes ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten ganz offensichtlich zu wenig ins Stromnetz investiert worden. Auch ohne die Einspeisung von Strom aus regenerativen Quellen wären erhebliche Investitionen fällig.
    Letztlich läuft es auf die Frage hinaus, was ist uns eine führende Stellung bei der Technologie von Heute und Morgen wert. Gerade wegen der Subventionen ist die Deutsche Wirtschaft bei den regenerativen Energien führend. Die Frage ist eher, ob wir uns solange in Bedenken ergeben sollten, bis andere gleichgezogen haben.

    Verlierer und Gewinner.
    Gewinner: Viele Eigenheimbauer und Landwirte in Bayern, die Subventionsgeschenke im Flächenstaat so gerne mitnehmen.

    Verlierer:Die vielen Kleinmietern in NRW,die einfach nur höhere Strompreise aufgehalst bekommen.

    Insofern passt das Beispiel mit den Möhren.Die Verlierergruppe muss die teuren Möhren kaufen. Eine freie Wahl gibt es hier gesetzlich gedeckelt nicht. Andere,die für NRWDurchschnittsverhältnisse sehr vermögend sind, bekommen zudemnoch obendrein staatl.Subventionsgeschenken und Stromeinspeisungsrückvergütungen auf hohem Niveau.

  2. 1. der Möhrenvergleich des 1. Kommentars ist hinfällig, da hier Äpfel nicht mit Birnen sondern mit Tischkanten verglichen werden. Trotz des hohen Pestizits-, Fungizits- und sonst welchen Einsätzen hoch giftiger Stoffe und der gnadenlosen Ausbeutung von Böden, gibt es auch akzeptable, konventionelle Anbaumöglichkeiten. Bei der Stromproduktion ist dies anders: wegen der Knappheit konventioneller Energieträger, lange Nachstrahlung radioaktiven Mülls, Umweltverschmutzung, etc. müssen wir unsere Energieversorgung Umstellen!!!

    2. Dass das Quotenmodell nicht effektiv ist, zeigt GB. Dort gibt es das Modell schon seit langem und die Energieversorger nehmen lieber die Strafzahlungen in Kauf...

    3. von der EEG-Umlage befreite Unternehmen sollten verpflichtet werden einen Teil ihres Profits in Energiesparmaßnahmen, Bau von EE-Kraftwerken oder in die Erforschung verschiedener Bereiche der Energiewende zu investieren. Dadurch hat die Gesellschaft auch einen Mehrwert bei der Befreiung und Unternehmen überlegen es sich, ob sie absichtlich mehr Strom verbrauchen, um über die Befreiungsgrenze zu kommen.

    4. Die CO2-Zertifikate müssen verknappt werden, damit der Handel mit ihnen wieder Sinn macht und nicht zum schleuder Preis gehandelt werden.

    5. mehr Demokratie wagen! Durch eine ehrliche Beteiligung der Bevölkerung vor Ort lassen sich langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren minimieren.

    6. Der Ausbau der Netzte stockt, obwohl nicht erst seit letztem Jahr die Wende beschlossen ist.

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    ich befürchte, daß vielen Lesern hier die persönlichen Zusatzkosten der sogenannten 'Energiewende' kaum bewußt sind.

    Ich habe versucht, die grundsätzlichen Zusammenhänge beispielhaft und allgemeinverständlich zu vermitteln. ( Möhrenpreise, Dreisatz, Prozentrechnung etc. )

    Offenbar ist mir dies in Ihrem Fall aber wohl eher weniger geglückt.

    Darf ich mir eine Rückfrage erlauben ?

    Um wieviel Cent müßte der Preis der normalen Möhre Ihrer Meinung nach gesetzlich bezuschlagt werden (CO2-Zuschlag o.ä) , damit er mit der EE-Möhre dann wieder konkurrieren kann ?

    "mehr Demokratie wagen! Durch eine ehrliche Beteiligung der Bevölkerung vor Ort lassen sich langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren minimieren."

    Aber Demokratie nur dann wagen, wenn die Leute die Energiewende auch durchwinken. Wenn sie sich gegen Stromtrassen und Windkraftmonster in ihrer Nähe wenden, lautet die Politik immer: Einspruchsrechte der Bürger abbauen. So wollte auch Ypsilanti die Energiewende in Hessen "voranbringen".

  3. ich befürchte, daß vielen Lesern hier die persönlichen Zusatzkosten der sogenannten 'Energiewende' kaum bewußt sind.

    Ich habe versucht, die grundsätzlichen Zusammenhänge beispielhaft und allgemeinverständlich zu vermitteln. ( Möhrenpreise, Dreisatz, Prozentrechnung etc. )

    Offenbar ist mir dies in Ihrem Fall aber wohl eher weniger geglückt.

    Darf ich mir eine Rückfrage erlauben ?

    Um wieviel Cent müßte der Preis der normalen Möhre Ihrer Meinung nach gesetzlich bezuschlagt werden (CO2-Zuschlag o.ä) , damit er mit der EE-Möhre dann wieder konkurrieren kann ?

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    Ihre Rückfrage sei gestattet :-) aber ich kann nur den Kopf über ihre Ausführungen schütteln

    Kein Gesetz legt den Zertifikatpreis fest, sondern der Markt!!!
    Das bedeutet je mehr Zertifikate ausgegeben werden und nicht benötigt werden, um so günstiger sind deren Preise.
    Derzeit verschenken die Politiker gewisse Freibeträge. Außerdem wurden in den letzten Jahren zuviele Zertifikate ausgegeben, wodurch der Zertifikatenpreis am Markt ins Bodenlose gefallen ist.

    Wo kaufen Sie bitte Ihre Möhren bei solchen Preisen? Also in meinem Discounter sind die Möhren teurer und die Demetermöhren bekomme ich für deutlich weniger!

    Wenn Sie die Kosten aufrechnen wollen, dann nehmen Sie bitte auch die Renaturierungskosten für den Kohletagebau, die Rückbaukosten für die AKWs, Sicherheitskosten,...

  4. Eine 4-köpfige Familie verbraucht im Jahr ca. 5000 kWh für etwa 1450 €. Die EE-Umlage beträgt davon 265 € bei 5,3 c/kWh , oder 325 € bei 6,5 c/kWh, aber nicht 1000 €. Das heißt, dass die Belastungen möglicherweise um 60 €/Jahr steigen.

    Allerdings liegt der Herstellungspreis für die solare Kilowattstunde mittlerweile bei nur noch ca. 10 c/kWh, die Wind-Kilowattstunde ist noch deutlich darunter, also erheblich unter dem aktuellen Strompreis und etwas mehr als ein Faktor 2 über dem Herstellungspreis der konventionellen Stromerzeugung. Die große Differenz von 4-10 c/kWh zu 29 c/kWh Endkundenpreis entsteht überwiegend aus Kosten, die nicht mit der Art der Erzeugung zusammenhängen (Steuern, Netze, Verwaltung, Inkasso) und Gewinnen.

    Zur Zeit wird die Modernisierung der Stromnetze allein mit den erneuerbaren Energien begründet, aber hätten die Netzbetreiber hier nicht eine wunderbare Möglichkeit, den sowieso erforderlichen Modernisierungs- und Erhaltungsaufwand zumindest teilweise auf die erneuerbaren Energien abzuwälzen? Dies sollte auf jeden Fall kritisch von der Politik und den Medien beobachtet werden.

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    Antwort auf "Möhrenmarkt"
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    • Benjowi
    • 01. September 2013 16:39 Uhr

    Das ist die übliche Milchmädchenrechnung, die davon ausgeht, dass es reicht, einfach wild Strom zu erzeugen und einzuspeisen, egal ob er gebraucht wird oder nicht. Um eine sinnvolle Versorgung zu gewährleisten, ist aber eine zeit- und flächendeckende Bereitstellung über 24 Stunden notwendig. Die dazu notwendigen Speicher und Leitungen würden ca. 52 ct/kWh für den Speicheranteil und ca 10 ct/kWh für zusätzliche Leitungen kosten. Rechnet man auch nur den Speicheranteil, der ja bei konventioneller Erzeugung schon enthalten ist dazu, kostet Ihr erneuerbarer Strom aus Solaranlagen schon ca. 62 ct/kWh und aus Windkraft knapp darunter. Wenn man die wild einspeisenden Solar- und Winderzeuger zumindest mit einem Teil der Leistung für die genannte zeit- und flächendeckende Versorgung in die Pflicht nähme, würde es ohne Speicher nicht gehen und von Wirtschaftlichkeit wäre wohl auch in 20 Jahren noch keine Rede! Nachhaltige Versorgung ist sicher ein erstrebenswertes Ziel-aber sie muss auch funktionieren und was zur Zeit getrieben wird, funktioniert erstens nicht wirklich und erreicht obendrein nicht einmal die angestrebte CO2-Reduktion-ganz im Gegenteil. Das Ganze ist ziemlich nutzlos, dafür für viele aber kaum noch bezahlbar!

    Meine Ausführungen beziehen sich auf die Situation heute, nicht auf 100% EE. Allerdings ist es nicht korrekt anzunehmen, dass jede erzeugte kWh EE auch immer zwischengespeichert werden muss. Statt dessen ist inzwischen nachgewiesen (Siemens, IRES2008), dass bei einer Überkapazität von 50% EE (die dann nicht jederzeit voll eingespeist wird), der Speicherbedarf europaweit nur noch 4% der jährlichen Energiemenge beträgt, d.h. dass selbst bei den hohen angenommenen Speicherkosten von 52 c/kWh nur noch 4% (=2 c!) auf die verbrauchte kWh entfallen würden. Tatsächlich existieren bereits heut Hydrospeicher der genannten Größe in Skandinavien. Allerdings fehlt diesen bisher die technische Ausrüstung und Kabelanbindung um die hohen Spitzenleistungen zu erbringen.

  5. In meinem 2 Familienahus brauchen wir 1000 € im Jahr für Strom, also 500 € für jede 100qm-Wohnung. Das sind 40 € im Monat.

    40 oder auch 50 € pro Monat!

    Für Kartoffeln muß ich seit Monaten mtl. 50 % mehr bezahlen als vor einem Jahr. Statt 60€ für 100 kg waren es 90 €.
    Das Benzin kostet in jedem neuen Jahr auch mehr als im Vorjahr.

    Das ist alles nicht so schlimm.
    Schlimm ist, daß mein Reallohnverlust (und nicht nur meiner) bei 100€ mtl. liegt, seit der sozialen Wende. 10 Jahre keine Lohnerhöhungen, 10 Jahre keinen Anteil an Produktivitätszuwächsen, 10 Jahre Inflation von 1-2% jährlich.

    Das ist schlimm.

    Aber das will soo kurz vor den Wahlen keiner thematisieren. Da diskutiert man lieber zum 100en mal über den Strompreis und die EEG-Umlage und wie ungerecht das doch ist.

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    • TDU
    • 01. September 2013 10:46 Uhr

    Schön, dass Sie damit leben können. Genau diese Pauschale verhindert jede gemeinsame Verbraucheraktion. In einem 15 Familienhaus zahlt man noch weniger, da die Netz- und Konzessionsgebühren umgelegt werden, und die Tarife günstiger sind. Ausserdem sind die Netzgebühren auch gemeindeabhängig.

    Die Anzahl der Familienmitglieder spielt auch mit. Sagen wir 4. Heisst das alle um 1 Computer und einen Fernseher?

    Das bringt doch wenig. So als würde man die Autopreise aus der Sicht eines rabattfähigen Flottenbetreibers beurteilen. € 0,2623 beträgt die KW/H für meinen Haushalt, und das einzige was möglich ist (Vorauszahlungen bei Wechsel geht nicht), ist die Reduktion der Anzahl derselben. Das heisst sparen oder aufrüsten mit AAA+. Wenn kein Geld zum Aufrüsten da ist, bleibt nur sparen, und ab einem bestimmten Punkt heisst da Knappheit. Oder sparen die Hungernden in der Welt am Essen?

    Dabei ist genug Strom da. Die große Erhöhung der Betreiber um 2008-2010 wurde geduldet von der Politik wegen der Einnahmen für den Staatsapparat. Jetzt wird rumgeschraubt und dilletiert, weil man die große Weltverbesserung nicht hinbekommt.

    So als würde man um die Fettleibigkeit zu bekämpfen mal eben einen Aufschlag von 50%, stetig steigend, auf die Nahrungsmittel aufschlagen. Natürlich gibts auch Menschen, die damit leben könnten. Wie z.B. in den Ländern wo gehungert wird, nicht alle hungern. Zwar ein drastisches Beispiel, aber das Prinzip ist das gleiche. Wieviel Armut geht, ohne bedroht zu werden.

    • Nizzre
    • 01. September 2013 9:03 Uhr

    Lieber Herr Kurtz, wo leben Sie denn?

    Konventionelle Möhren für 40 Cent/Kilo?
    Biomöhren 3,90 Euro/Kilo?

    Sorry, fragen Sie mal Ihre Frau ... 99 Cent für die konventionellen, 1,39 Euro für die Bioware. Aber wahrscheinlich war Ihnen die Realität nicht "drastisch" genug.

    Beim Strom wäre es ähnlich "undrastisch", wenn nicht durch EEG-Umlage und versteckte Subventionen für Atomstrom ein ebenso mutwillig falsches Bild erzeugt würde.

    Die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien ist längst die preiswerteste - rechnet man die Intensivfütterung der Anbieter durch das EEG heraus.

    Schauen Sie sich die Marktpreise an der Strombörse in Leipzig an.

    Und die Modernisierung/Flexibilisierung der Leitungen ist lange überfällig. Bitte erinnern Sie sich an den Stromausfall in Westfalen vor einigen Jahren, als die völlig überalterten Masten aus Thomasstahl zusammengekracht sind.

    Dem Verbraucher wird vorgespiegelt, die "Erneuerbaren" seien "schuld".
    In Wahrheit haben Energieversorger/Leitungseigentümer zugunsten ihrer Anteilseigner jahrzehntelang Investitionen in die Infrastruktur verschlampt. Sicherlich auch aus Bockigkeit darüber, dass die EU die Energieerzeugung von den Netzen getrennt hat, per "Ordre di Mufti".

    Dazu dann die Kungelei mit CO²-Zertifikaten, die Befreiung von der EEG-Umlage für Golfclubs und die ständig leeren Kassen von Herrn Schäuble, der Energie gern doppelt und dreifach besteuert ...

    Schon ist der Cocktail angerichtet - völlig ohne "Bio-Möhren".

    12 Leserempfehlungen
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    Meine Empfehlung haben Sie. Ob es für eine Redaktionsempfehlung reicht, glaube ich nicht. Dazu schreiben Sie zu viel, was zwar der Wahrheit, aber nicht der zu schaffenden oder zu erhaltenden Stimmung dient.
    Gruß contraego

    dass wir die Netzinvestitionen zu zahlen haben, wo doch das Netz es so nötig hat..
    Seltsamerweise haben die Netzbetreiber sich das in den vergangenen Jahren nicht so leicht einreden lassen und Gewinne lieber ausgeschüttet als zu reinvestieren.
    Ist ja auch leicht, wenn man die nötige Investition kostenseitig so schön auf die privaten Verbraucher umlegen kann, dann abschreiben und am Ende den nächsten Gewinn wieder ausschütten kann.

    • CIRCLE
    • 01. September 2013 11:12 Uhr

    Aber wenn Umweltminister Altmaier Phantasiezahlen in die Welt setzt (die Energiewende koste "eine Billion"), warum soll das dann nicht auch der Mitforist walter.e.kurtz mit Möhrenpreisen tun? ;-)

    Altmaiers Billion ist eine schöne, griffige Zahl, die ein wunderbares Schreckgespenst einsetzen abgibt. Aber:
    - Altmaier gibt nicht an, wie genau er auf diese Zahl kommt.
    - Wenn er Faktoren nennt, die in diese Billion einfließen würden, sind das z. T. Kosten, die auch ohne die Energiewende angefallen wären.
    - Was die Energiewende auf der anderen Seite an Kostenersparnis bringen wird, hat Altmaier offenbar nicht in seine Berechnung einbezogen. Das kann man nur daraus schließen, wie er argumentiert. Denn offengelegt, wie er genau auf diese Zahl kommt, hat er ja nicht.
    - Altmaier sagt nicht, welche (Folge-)Kosten entstehen, wenn keine Energiewende stattfindet. Er vergleicht seine Energiewenden-"Billion" also nicht mit den Kosten der Alternative.

    Positiv ist Altmaier dagegen anzurechnen, dass er versucht hat, den Handel mit Emissionszertifikaten wieder wirksam werden zu lassen. Diese sind eine marktwirtschaftliche Methode, um die Umweltkosten einzupreisen. Es ist schade, dass gerade der FDP-Vorsitzende Rösler das verhindert hat. Dabei heißt es doch: "Die FDP ist die Partei der Sozialen Marktwirtschaft" (www.fdp.de).

  6. Meine Empfehlung haben Sie. Ob es für eine Redaktionsempfehlung reicht, glaube ich nicht. Dazu schreiben Sie zu viel, was zwar der Wahrheit, aber nicht der zu schaffenden oder zu erhaltenden Stimmung dient.
    Gruß contraego

  7. Angenommen wir würden den CO²-Ausstoß in Deutschland komplett auf o,0% runterfahren, hätte das einen Effekt von 0,00004712% auf die Zusammensetzung der Luft auf der Erde. Und damit auf das Klima.

    Der "menschengemachte Klimawandel" ist eine faustdicke, mit Pseudostudien unterlegte politische Lüge, und nichts anderes als Betrug an den Verbrauchern.zugunsten der Konzerne, Netzbetreiber, und den Unternehmen, für die Max Mustermann gezwungen wird die Hälfte der Stromrechnung über seine eigene zu subventionieren. .

    8 Leserempfehlungen
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    Ich wäre sehr überrascht, wenn dies der Wahrheit entspräche. Können Sie diese Prozentzahl belegen? Ohne Beleg bleibt es bei Ihrer Aussage leider ebenfalls bei Pseudowissenschaft.

    Allerdings, selbst wenn Deutschlands CO2-Ausstoß keinen Effekt auf die Umwelt hätte, könnte es sich durch die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Erdöl politisch und diplomatisch ganz anders positionieren.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, kk
  • Schlagworte Bundesregierung | Bundesnetzagentur | Energie | Privathaushalt | Strom | Unternehmen
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