Die US-Regierung wird laut Finanzminister Jacob Lew Mitte Oktober die Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar (etwa 12,5 Billionen Euro) erreichen. Das schrieb Lew in einem Brief an den Sprecher des Repräsentantenhauses, den Republikaner John Boehner.

Wenn das Limit erreicht ist, darf die Regierung keine weiteren Kredite aufnehmen. Lew drängte den Kongress deswegen dazu, die Schuldengrenze anzuheben, damit sein Ministerium die Rechnungen der US-Regierung weiter bezahlen könne.

Im März hatte US-Präsident Barack Obama den USA ein Sparprogramm auferlegt, um das Haushaltsproblem in den Griff zu bekommen. Damals verordnete Obama Einschnitte in allen Ressorts. So sollten für das laufende Haushaltsjahr bis 30. September 85 Milliarden Dollar (etwa 65 Milliarden Euro) eingespart werden.

Laut einer aktuellen Studie stellen die voraussichtlichen Haushaltsdefizite der kommenden zwei Jahrzehnte die größte finanzpolitische Herausforderung für die USA dar. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 220 Mitgliedern des nationalen Verbands für Betriebswirtschaft (NABE). Demnach bezeichneten 43 Prozent der befragten Ökonomen die Haushaltslöcher in den 2020er und 2030er Jahren als größtes Finanzproblem. 37 Prozent nannten indes die Defizite in den kommenden zehn Jahren.

In der Frage nach dem besten Gegenrezept gingen die Meinungen der Experten auseinander. 39 Prozent von ihnen plädierten für die kommenden Jahrzehnte für einen Mix aus Ausgabenkürzungen und erhöhten Einnahmen, während 20 Prozent sich für politische Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums aussprachen.