Frankreichs Haushaltsdefizit wird 2013 höher ausfallen als bislang prognostiziert. Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici sagte, das Defizit betrage voraussichtlich 4,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das übertrifft alle Befürchtungen: Die sozialistische Regierung hatte mit 3,7 Prozent gerechnet. Die EU-Kommission schätzte ein Defizit von 3,7 bis 3,9 Prozent.

2014 solle das Defizit dann auf 3,6 Prozent des BIP sinken, sagte Moscovici. Damit würde Frankreich auch im kommenden Jahr die in der Europäischen Union geltende Obergrenze von drei Prozent überschreiten.

Erst 2015 halte Frankreich diese Vorgabe wieder ein, sagte Moscovici. 

Üblicherweise stehen auf solche Überschreitungen Strafen für die Euro-Länder. Die EU-Kommission verhängt wegen der Finanzkrise derzeit keine Sanktionen bei Verstößen gegen die im europäischen Vertrag von Maastricht festgelegte Schuldengrenze.

Die Regierungsprognose für das diesjährige Wirtschaftswachstum hat sich laut Moscovici nicht verändert. Er rechnet mit einem leichten Zuwachs von 0,1 Prozent. Die Wachstumsprognose für 2014 senkte er aber von 1,2 Prozent auf 0,9 Prozent.

Frankreichs Haushaltspolitik ist umstritten. Im Juli hatte Präsident François Hollande Umweltministerin Delphine Batho entlassen, nachdem sie die Sparpläne der Regierung kritisiert hatte. Batho hatte die geplanten Kürzungen öffentlich als "schlechtes Budget" bezeichnet.