Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im September den fünften Monat in Folge verbessert. Der Geschäftsklimaindex stieg allerdings nur minimal um 0,1 auf 107,7 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit April 2012, teilte das Münchner Ifo Institut mit. 

"Die deutsche Wirtschaft ist mit Zuversicht in den Herbst gestartet", sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. Ökonomen hatten mit einem deutlicheren Anstieg auf 108,2 Zähler gerechnet.

Die etwa 7.000 befragten Manager schätzten ihre Geschäftslage zwar überraschend schlechter ein. Dieser Teilindex fiel um 0,6 auf 111,4 Punkte. Sie bewerteten aber die Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas besser als zuletzt. Hier stieg das Barometer um 0,9 auf 104,2 Punkte.

Nachhaltiger Aufschwung erwartet

Besonders die exportabhängige Industrie blickt wegen der Belebung der Weltwirtschaft optimistisch nach vorn: Hier stiegen die Erwartungen auf den höchsten Wert seit Juni 2011. "Vom Export werden weiterhin Impulse erwartet", sagte Carstensen. Im Einzelhandel verbesserte sich das Geschäftsklima ebenso wie bei den Dienstleistern, während es sich in der Baubranche und im Großhandel eintrübte.

Ökonomen führen die bessere Stimmung auf das Ende der Rezession in der Euro-Zone zurück. "Europa als Deutschlands wichtigster Exportmarkt ist nach einer sehr langen Durststrecke endlich auf dem Weg der Stabilisierung", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. "Davon profitiert Deutschland."

Wirtschaft sieht Wahlausgang positiv

Es könne nun mit einem nachhaltigen Aufschwung gerechnet werden, ergänzte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Da sich die Industrieverbände überwiegend positiv zum Wahlausgang äußerten, dürften vom deutschen Urnengang auch zunächst keine schädlichen Wirkungen auf die Stimmung ausgehen."

Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal 2013 mit 0,7 Prozent so stark gewachsen wie seit einem Jahr nicht mehr – auch weil die im ebenso langen wie strengen Winter liegengebliebenen Arbeiten nachgeholt wurden. Für das zu Ende gehende dritte Quartal rechnen viele Analysten mit einem Plus von etwa 0,4 Prozent. 

Auch die Bundesbank erwartet wegen der guten Binnenkonjunktur einen anhaltenden Aufwärtstrend. "Das außerordentlich gute Konsumklima hält an, gestützt durch den nachlassenden Preisanstieg und die insgesamt gute Arbeitsmarktlage", teilte die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht mit.