EnergiewirtschaftDeutschland produziert zu viel Strom

Die Energiewende werde zu Stromengpässen führen, fürchteten viele. Jetzt ist das Gegenteil eingetreten: Die alten Meiler müssen viel schneller abgeschaltet werden. von Saskia Ellenbeck und Peter Schmidt

Der Ökonom Joseph Schumpeter hätte es wohl "kreative Zerstörung" genannt. Manche Energieökonomen würden es dagegen eher als ruinöse Konkurrenz beschreiben. Wenn in den vergangenen Wochen die großen Kraftwerksbetreiber über zu niedrige Börsenstrompreise klagten, um im gleichen Atemzug neue Subventionen einzufordern, kann man dies aber auch gut und gerne als strategischen Machtpoker der alten Energiekonzerne in einem sich wandelnden Marktumfeld verstehen. Selbst die EU-Kommission interpretiert deren Ankündigung, wegen zu niedriger Börsenstrompreise massenhaft Kraftwerke stilllegen zu wollen, als überzogen. Was genau ist also dran an den Argumenten der konventionellen Stromindustrie?

Tatsächlich sind in den vergangenen Jahren die Börsenstrompreise stetig gesunken. Dies lässt sich vor allem durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien erklären. Auf dem Großhandelsmarkt für Strom bestimmen die kurzfristigen variablen Kosten eines Stromproduzenten den Marktpreis. Da Wind und Sonne keine Brennstoffkosten verursachen und daher quasi keine variablen Kosten aufweisen, sinkt der Strompreis bei zunehmender Einspeisung aus Windkraft- und Solaranlagen. Dass der Großhandelsstrompreis jedoch auch bei Windstille und geringer Sonneneinstrahlung derzeit so niedrig ist, liegt an etwas vollkommen anderem.

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Die Stromerzeugung in Deutschland ist durch einen hohen Anteil bereits abgeschriebener, unflexibler Grundlastkraftwerke – Atom und Kohle – geprägt. Mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ist es zu erheblichen Überkapazitäten gekommen – ganz im Gegensatz zu den Befürchtungen beim Ausstieg aus der Kernenergie im Frühjahr 2011. Von 127 Gigawatt (GW) installierter Kapazität Ende 2001 stieg die Stromerzeugungsleistung in Deutschland um 36 Prozent auf 174 GW Ende 2011.

Die Autoren

Saskia Ellenbeck und Peter Schmidt sind Doktoranden und Wissenschaftliche Mitarbeiter am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die im Artikel dargestellten Ergebnisse stammen aus eigenen Forschungsarbeiten.

Bis 2018 werden die zugebauten Kapazitäten die bis dahin vom Netz gehenden Kapazitäten laut Bundesnetzagentur übersteigen. Die Investitionen in Photovoltaik und Wind sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Die Konsequenz: häufigeres Auftreten eines negativen Strompreises und ein beachtlicher Anstieg des Stromexports, hier vor allem Strom aus Kohle.

Dies liegt vor allem an den Grundlastmeilern, deren Stromproduktion sich nur bedingt drosseln lässt. Aber auch die historisch niedrigen Kohlepreise sowie der rezessionsbedingte Preisverfall der CO2-Verschmutzungsrechte begünstigen den Dauerbetrieb ineffizienter, unflexibler Kohlemeiler. Anders ausgedrückt: Die ständige Stromüberproduktion der Grundlastmeiler lässt keinen Raum mehr für Knappheitspreise, das heißt kurzfristig höhere Strompreise. Genau die werden allerdings von Anbietern flexibler Optionen gebraucht, um die Refinanzierung von beispielsweise Gaskraftwerken langfristig abzusichern.

Leserkommentare
  1. das die jetzige Regierung vorn und hinten nicht weiß was sie tut (zumindest in Sachen Energie) - es ist beschämend anzusehen was für einen Eierkurs hier gefahren wird.

    Zu viel, zu wenig, zu wenig hier, zu viel woanders - man hat das Gefühl das weder die Regierung noch die öffentliche Debatte auch nur irgendwie geartet auf Fakten basiert.

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    • lispm
    • 02. September 2013 13:50 Uhr

    die FDP ist die Lobby-Partei der grossen Energiekonzerne. Das Ergebnis der FDP-Politik sehen sie. Diese Politik ist kein Zufall. Dafür wird die FDP bezahlt.

  2. Jetzt tritt ein wovor sich die Grünen immer gefürchtet haben: Merkels Energiewende ist schneller erfolgreich als erwartet.

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    Merkels Energiewende? Das ich nicht lache... das wir zu viel Energie auf der Nordsee produzieren bei Nacht und zuviel auf der Schwäben Alb um 12 Uhr Mittags bringt niemandem etwas - es ist nur sinnbildlich für das Versagen des jetzigen Umweltministers, der es nicht geschafft hat ordentliche Konzepte vorzulegen und lieber die Parolen von RWE weiterträgt "ohne Atom werden wir alle sterben und außerdem geht dauernd das Lich aus"

    Könnten sie bitte genauer ausführen inwiefern der StroKo-Subventionismus (Ausstieg aus dem Ausstieg) durch Schwarz-Geld, der durch Fukushima induzierte Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg und das hysterische Geblubber aus den konservativ-liberalen Kreisen bezüglich Stromausfällen und Engpässen mit der seit Jahren vorherrschenden und durch die Solar- und Windwirtschaft gepushten Stromüberproduktion (wohlgemerkt auch an den Tageszeiten, an denen mehr Leistung benötigt wird korreliert und worin Merkels Erfolg besteht?

    Ist nicht viel mehr EEG & Förderprogramme dafür verantwortlich? Und trotz lahmenden Netzausbau konnten sich die EE entgegen jeder Vorhersage halbwegs in das Gefüge eingliedern, wären aber mit entsprechend nicht ökonomie-geführten Netzausbau noch effizienter. Jetzt zahlen wir zwar noch viel EEG / Kilowattstunde, aber mittlerweile sind die Subventionen pro KWh fast gleichauf mit den tatsächlichen Kosten, so dass von Subvention bei neuen oder jüngeren Anlagen kaum noch gesprochen werden kann. Es wird das gezahlt, was die KWh tatsächlich wert ist. Der hohe Preis resultiert vielmehr aus Netzentgelten, Verwaltung und Steuern oder der ebenfalls Schwarz-Gelden Subvention von energie("intensiven" - haha, da kriegt doch jeder ne Ausnahme) Betrieben durch Befreiung vom EEG.

    von RWE und Vattenfall und sonstigen Freunden der zentralisierten Energieerzeugung. Wenn ein Politiker von Strommangel spricht, erkennt man wer an dessen Fernsteuerung sitzt

    Wo genau wollen Sie denn aus dem obigen Artikel irgendetwas herausgelesen haben, was auch nur ansatzweise andeuten würde, die Merkel'sche Energiepolitik wäre eine gute?

    Meine Interpretation des Artikels ist jedenfals eine dem diametral entgegenstehende.

    daher sinken die Strompreise auch für den Endkunden.
    Hat sie super gemacht, dass sich hier trotz sinkender Strompreise auf der Börse die Konzerne die Taschen füllen können.

    • M_P
    • 02. September 2013 16:53 Uhr

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  3. Merkels Energiewende? Das ich nicht lache... das wir zu viel Energie auf der Nordsee produzieren bei Nacht und zuviel auf der Schwäben Alb um 12 Uhr Mittags bringt niemandem etwas - es ist nur sinnbildlich für das Versagen des jetzigen Umweltministers, der es nicht geschafft hat ordentliche Konzepte vorzulegen und lieber die Parolen von RWE weiterträgt "ohne Atom werden wir alle sterben und außerdem geht dauernd das Lich aus"

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    Antwort auf "Merkels Erfolg"
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    Hier wird immer munter auf Merkel eingedroschen, dabei hat erst heute Ex-Umweltminister Sigmar Gabriel die Kohleverstromung verteidigt. Warum auch sonst hat die SPD jahrelang für den Erhalt der Steinkohlesubventionen gekämpft? Auch Frau Kraft in NRW hat klar Stellung pro Kohle bezogen, ebenso wie die SPD in Brandenburg. Wer SPD wählt, bekommt am Ende weniger €-Kohle, aber nicht weniger Stein- und Braunkohle. Immer frei nach dem rot-grünen Motto: Hauptsache Subventionen, auch wenn sie sich energiepolitisch diametral entgegenstehen.

  4. Das Geschäftsmodell der der Energieversorger beruht doch darauf, Energie günstig in grossen zentralen Kraftwerken zu erzeugen und breit zu verkaufen. Das beste Geschäft sind Atomkraftwerke. Die kleine Besatzung, das Uran und die zweiwöchige Revision jedes Jahr kosten nicht viel. Ist so ein Atomkraftwerk erst einmal abgeschrieben, fallen keine nennenswerten Kosten mehr an, da klingelts in der Kasse. Aber auch Kohlekraftwerke sind kein schlechtes Geschäft. Zwar fallen nennenswerte laufende Kosten für die Kohle an, doch liegen auch hier die Betriebskosten noch deutlich unter dem Verkaufspreis.
    Ein ganz schlechtes Geschäft sind Gaskraftwerke. Im Vergleich zur Kohle ist Gas unverschämt teuer. Als Spitzenlastkraftwerk steht so ein Ding ohnehin die grösste Zeit des Jahres ungenutzt in der Landschaft herum, die Investition amortisiert sich hier einfach nicht. Also, warum soll ein vernünftig denkender Investor ein Gaskraftwerk bauen?

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    in Spitzenzeiten zu sehr viel höheren Preisen anbieten kann - ob das sich dann rechnet weiß ich nicht - aber generell haben sie recht.
    Eventuell haben sich die Energieriesen aber einer Gewissen Vesorgungssicherheit verpflichtet - es gibt doch bestimmt auch einen Energieversorgungsstaatvertrag oder ähnliches - dafür müssten Sie dann welche bauen. Weiß das jemand?

  5. in Spitzenzeiten zu sehr viel höheren Preisen anbieten kann - ob das sich dann rechnet weiß ich nicht - aber generell haben sie recht.
    Eventuell haben sich die Energieriesen aber einer Gewissen Vesorgungssicherheit verpflichtet - es gibt doch bestimmt auch einen Energieversorgungsstaatvertrag oder ähnliches - dafür müssten Sie dann welche bauen. Weiß das jemand?

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    Das was sie meinen ist das Energiewirtschaftsgesetz das unter anderem auch die Reservekraftwerke regelt.

    http://www.gesetze-im-int...

  6. 6. .....

    Könnten sie bitte genauer ausführen inwiefern der StroKo-Subventionismus (Ausstieg aus dem Ausstieg) durch Schwarz-Geld, der durch Fukushima induzierte Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg und das hysterische Geblubber aus den konservativ-liberalen Kreisen bezüglich Stromausfällen und Engpässen mit der seit Jahren vorherrschenden und durch die Solar- und Windwirtschaft gepushten Stromüberproduktion (wohlgemerkt auch an den Tageszeiten, an denen mehr Leistung benötigt wird korreliert und worin Merkels Erfolg besteht?

    Ist nicht viel mehr EEG & Förderprogramme dafür verantwortlich? Und trotz lahmenden Netzausbau konnten sich die EE entgegen jeder Vorhersage halbwegs in das Gefüge eingliedern, wären aber mit entsprechend nicht ökonomie-geführten Netzausbau noch effizienter. Jetzt zahlen wir zwar noch viel EEG / Kilowattstunde, aber mittlerweile sind die Subventionen pro KWh fast gleichauf mit den tatsächlichen Kosten, so dass von Subvention bei neuen oder jüngeren Anlagen kaum noch gesprochen werden kann. Es wird das gezahlt, was die KWh tatsächlich wert ist. Der hohe Preis resultiert vielmehr aus Netzentgelten, Verwaltung und Steuern oder der ebenfalls Schwarz-Gelden Subvention von energie("intensiven" - haha, da kriegt doch jeder ne Ausnahme) Betrieben durch Befreiung vom EEG.

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    • Benjowi
    • 02. September 2013 14:59 Uhr

    Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es ist die alte Milchmädchenrechnung der EEG-Befürworter! Es nutzt überhaupt nichts, wild Strom zu produzieren und per ordre de mufti einzuspeisen, denn für eine sinnvolle Versorgung ist eine zeit- und flächendeckende Lieferfähigkeit notwendig und zwar 24 Stunden am Tag, die kaum ein EEG-Produzent zur Zeit garantieren kann. Wenn man die EEG-Produzenten dazu verpflichten würde, zumindest einen Teil der Leistung wie beschrieben vorzuhalten wären Speicher und mehr neue Leitungen fällig. Allein die notwendigen Speicher schlagen mit ca. 52 ct/kWh zu Buche und damit würde EEG-Strom zur Zeit, wenn denn die 10 ct/kWh für die Erzeugung stimmen, bei 62 ct/kWh vor Steuern liegen-ein wahrhaft ruinöser Betrag, der auch so schnell nicht abnimmt. Zum Ausgleich der Lücken wird demgemäß eine doppelte Infrastruktur mit den Kohlemeilern vorgehalten, was die gigantische installierte Leistung und die irrsinnigen Überschüsse erklärt, die mittlerweile den gesamten europäischen Strommarkt durch das Subventionsdumping zerstört. Fazit: Die EEG-Einspeisungen funktionieren nicht, der CO2-Ausstoß steigt und viele Leute können den Strom wegen der Fehldispositionen der Politik kaum noch zahlen.

    • Thalim
    • 02. September 2013 12:54 Uhr

    Stellen Sie sich ein kleines Dorf mit einem Bäcker vor. Alle Bewohner gehen jeden Tag zu diesem und er kann seine Einkäufe (z.B. Mehl) sehr genau kalkulieren.
    Nun wird ein zweiter Bäcker im Dorf errichtet der genau neben ihm steht. Dieser produziert immer wie es ihm gefällt - mal viel, wenig oder auch gar nicht. Aber immer wenn er Brötchen anbieten kann steht ein Polizist vorm alteingesessenen und sagt: "Ne, ne - Sie müssen drüben kaufen."

    Der traditionelle Bäcker steht nun vor einem Dilemma. Wieviele Brötchen muss ich jeden Tag backen? Werde ich alle los? Kann ich meine Kredite und meine Angestellten bedienen?

    Irgendwann wird es dem Bäcker zu bunt, sein Laden schreibt rote Zahlen. Er möchte zumachen. Da kommt die BundesBäckeragentur und stellt fest: Du bist Systemrelevant - du musst dein Laden auflassen...

    Alle KW Anlagen müssen sich rechnen. Die 'guten' GuD-Anlagen haben sehr hohe Betriebskosten und der Standbybetrieb wird schlecht/gar nicht vergütet.

    Darüber gilt es nachzudenken.
    Grüße
    Thalim

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    Tja und deswegen gehören StroKos verstaatlicht und eine Rendite (zuzüglich Investitionsgelder) von dem was der gemeine Bürger auch an Zinsen bekommt muss als ausreichend angenommen werden.

    Die klagen doch nicht, weil ihre Kraftwerke rote Zahlen schreiben, sondern weil sie - für Kapitalismus völlig realitätsfremde Rendite von unter wenigen Prozent haben. Und in dem Fall lohnt sich ja der Betrieb nicht, weil man muss ja wachsen, wachsen, wachsen und den Aktionären bei konstantem Binnen-Stromverbrauch trotzdem sonstwas für ein Wachstum vorgaukeln.

    Stellen sie sich vor, ihr Bäcker nimmt die Brötchen vom Konkurrenten in sein Programm, stellt seine Lagerkette und Backbetrieb effizienter ein und verlässt sich auf die Vorhersagen des Konkurrenten für die nächsten 2 Verkaufstage (und das ist durch aus mit gewissen Ungenauigkeiten machbar)

    Ihre wunderbare Bäckergeschichte trifft es nicht so ganz. Denn der zweite Bäcker produziert ja nicht nach Lust und Laune, er produziert nach Wetterlage. Das ist aber etwas, worauf man sich einstellen kann. Andere tun das ja auch. Eiscafés zum Beispiel. Die müssen mit dem Wetter wirtschaften und jammern nicht. Die schreien auch nicht nach Subventionen.

    Stellen Sie sich ein kleines Dorf mit einem Bäcker vor. [...]

    Entsprechend der reinen Leere der Marktwirtschaft müssten die Dorfbewohner solange streng rational und ökonomisch bei Monopolbäcker 1 einkaufen, bis dieser kein Mehl zum Backen mehr hat, den Laden schließt und sich mit seinem Gewinn aus dem Staub macht.
    Da die Dorfbewohner dann keine Alternativen haben, dürfen sie verhungern was in den BWL-Lehrbüchern als bedauerliche aber unvermeidliche Nebenwirkung der reinen und einzig richtigen Marktwirtschaft definiert ist.

    Ist das so in Ordnung?

  7. von RWE und Vattenfall und sonstigen Freunden der zentralisierten Energieerzeugung. Wenn ein Politiker von Strommangel spricht, erkennt man wer an dessen Fernsteuerung sitzt

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    • Karl63
    • 02. September 2013 14:01 Uhr

    bislang gelang es doch den großen Stromerzeugern das Umgraben ganzer Landstriche auch vor Gericht durchzusetzen, weil man behaupten konnte, der so erzeugte Strom sei unverzichtbar.
    Wenn sich jetzt herausstellt es sind eher Überkapazitäten vorhanden, erscheint diese Form der Landschaftszerstörung um so fragwürdiger. Hinzu kommt, die bislang zum verfeuern der Braunkohle existierenden Kraftwerke lassen sich nicht so schnell auf- und abregeln, wie dies für ein optimales Zusammenspiel mit der Stromerzeugung aus regenerativen Energien notwendig wäre.
    Nur in der Politik, da hat sich das offensichtlich noch nicht herumgesprochen - parteiübergreifend ....

    • Thalim
    • 02. September 2013 15:34 Uhr

    Die große Herausforderung ist weniger der Strommangel, also das Integral über einen Zeitraum, aber umso mehr der Strommangel zu einen bestimmten Zeitpunkt. gerade im Winter ist der Verbrauch an elektrischer Energie sehr hoch und dementsprechend auch die Schwankungen im Netz.

    SIe wollen aus ihrer Steckdose immer 50Hz haben.
    Sie können sich das wie eine Waage vorstellen. Auf der einen Seite Verbraucher (zum Beispiel ihr Rechner) und auf der anderen die Erzeuger (PV-Anlagen, KW aller Art). Ziel ist diese 50 Hz zu halten sonst wird es düster.

    Vor allem wenn Energie benötigt wird, müssen die konventionellen KW diese Bereitstellen. Und das kostet Geld. Beispielsweise verschleißen bei jedem Anfahrvorgang auf Grund von thermischen Spannungen Bauteile.
    Und dadurch dass die erneuerbaren Vorfahrt im Netz haben, müssen die Konventionellen dies schon heute häufig und in Zukunft noch häufiger tun.

    Ich begrüße die Entwicklung von Erneuerbaren Energien, aber es muss sich auch Gedanken über eine vernünftige Vergütung von Systemdienstleistungen wie das Bereitstellen von Regelenergie gemacht werden.

    Grüße
    Thalim

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Bundesnetzagentur | Kohle | Kraftwerk | Strommarkt | Strompreis
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