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Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone verkauft seine Beteiligung am US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless für 130 Milliarden US-Dollar. Der Anteil von 45 Prozent geht an den Mutterkonzern Verizon, teilte dieser nach Börsenschluss mit.

Das Geschäft, dem die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen müssen, wäre damit einer der größten der Wirtschaftsgeschichte. Die Verkaufssumme wurde bislang nur einmal übertroffen – bei der Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch Vodafone im Jahr 1999. Damals zahlten die Briten 172 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2014 soll die Vereinbarung abgeschlossen sein.

Mit dem Verkauf seines US-Geschäfts trennt sich der britische Mobilfunkriese von einem seiner wertvollsten Konzernteile. Die Briten schlagen seit einiger Zeit Sparten los, die sie nicht vollständig kontrollieren. Allerdings braucht Vodafone auch dringend Geld, um das Europageschäft auf Vordermann zu bringen. Hier ist Vodafone wegen der starken Konkurrenz unter anderem durch die Deutsche Telekom einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt.

Expansion in Europa vorantreiben

Vodafone könnte mit dem Geld aus dem Verkauf seine Expansion in Europa vorantreiben. Für Kabel Deutschland haben die Briten gerade 7,7 Milliarden Euro geboten.

Anleger waren bereits vor der Verkündung in Feierlaune: An der Londoner Börse schnellten die Vodafone-Aktien in der Spitze um vier Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit gut zwölf Jahren. Seit Bekanntwerden der Verkaufspläne Mitte vergangener Woche haben die Papiere damit 14 Prozent zugelegt. Die Verizon-Titel verloren in New York ein Prozent.

Verizon Wireless ist der größte Mobilfunkbetreiber in den USA mit 100,1 Millionen Kunden und 73.400 Beschäftigten. Firmensitz ist Basking Ridge im Bundesstaat New Jersey. Der Umsatz belief sich nach Konzernangaben 2012 auf 75,9 Milliarden Dollar.