Verizon : Vodafone gelingt 130-Milliarden-Dollar-Deal

Es ist einer der teuersten Verkäufe aller Zeiten auf dem Mobilfunkmarkt: Vodafone zieht sich beim US-Anbieter Verizon zurück und hat jetzt viel Bares für neue Expansion.
© Stefan Wermuth/Reuters

Das britische Telekommunikationsunternehmen Vodafone verkauft seine Beteiligung am US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless für 130 Milliarden US-Dollar. Der Anteil von 45 Prozent geht an den Mutterkonzern Verizon, teilte dieser nach Börsenschluss mit.

Das Geschäft, dem die Wettbewerbsbehörden noch zustimmen müssen, wäre damit einer der größten der Wirtschaftsgeschichte. Die Verkaufssumme wurde bislang nur einmal übertroffen – bei der Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch Vodafone im Jahr 1999. Damals zahlten die Briten 172 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2014 soll die Vereinbarung abgeschlossen sein.

Mit dem Verkauf seines US-Geschäfts trennt sich der britische Mobilfunkriese von einem seiner wertvollsten Konzernteile. Die Briten schlagen seit einiger Zeit Sparten los, die sie nicht vollständig kontrollieren. Allerdings braucht Vodafone auch dringend Geld, um das Europageschäft auf Vordermann zu bringen. Hier ist Vodafone wegen der starken Konkurrenz unter anderem durch die Deutsche Telekom einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt.

Expansion in Europa vorantreiben

Vodafone könnte mit dem Geld aus dem Verkauf seine Expansion in Europa vorantreiben. Für Kabel Deutschland haben die Briten gerade 7,7 Milliarden Euro geboten.

Anleger waren bereits vor der Verkündung in Feierlaune: An der Londoner Börse schnellten die Vodafone-Aktien in der Spitze um vier Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit gut zwölf Jahren. Seit Bekanntwerden der Verkaufspläne Mitte vergangener Woche haben die Papiere damit 14 Prozent zugelegt. Die Verizon-Titel verloren in New York ein Prozent.

Verizon Wireless ist der größte Mobilfunkbetreiber in den USA mit 100,1 Millionen Kunden und 73.400 Beschäftigten. Firmensitz ist Basking Ridge im Bundesstaat New Jersey. Der Umsatz belief sich nach Konzernangaben 2012 auf 75,9 Milliarden Dollar.

Verlagsangebot

DIE ZEIT wird 70 ...

... und ihre Journalisten erzählen von den Geschichten ihres Lebens. Von Geheimnissen und Irrtümern unserer Zeitung. Und von den besten Lesern der Welt. Eine Festausgabe.

Mehr erfahren

Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Spionagegeld, EU sollte vorsichtig sein

Vodafone(GB) zieht sich aus den USA zurück, bekommt 130 Mrd., und will mehr in Netze auch in Europa investieren, z.B Kabel Deutschland 11 Mrd. Der Deal von Kabel BW mit Unitymedia ist geplatzt. Die Briten sind durch ihr Anzapfen von Kabeln und ihrer Zusammenarbeit mit der NSA und Vorratsdatenspeicherung bekannt. Wir sollten verhindern das die Briten vorerst keine Netze in Europa kaufen dürfen, auch wenn sie viel Geld aus dem Deal haben. Zudem sollten Internetdienstleister hier aktiv werden, Errichtung von Rechenzentren. Verstärkt sollte Open Source Software in Anwendung kommen. Verschlüsselung sollte Standard sein. Horchposten in Deutschland sollten kontrolliert bzw. geschlossen werden. Tendenz: Immer mehr Vodafon-IP´s tauchen beim routen auf.

Interessanter Deal

Mr. Verizon und Sir Vodafon in einer Bar:

Mr. Verizon: "Also gut, wir machen es so: ihr zieht euch nach Europa zurück und investiert dort in Infrastruktur. Am Besten in Deutschland."

Sir Vodafon: "Gut, aber dafür will ich Geld sehen. Viel Geld."

Mr. Verizon: "Kein Problem. Wir machen einen richtig guten Deal. Sobald ihr dann in Europa richtig ver-Kabelt seid, liefert ihr uns neue Daten. Meta-Daten uns so..."

Sir Vodafon: "Klingt gut. Uns vertrauen die Europäer eher, als euch Amerikanern... "

Mr. Verizon: "Hey man, so ist es. Aber deshalb sag ich ja: ein guter Deal für euch. "