Bangladeschs Prremierministerin Sheikh Hasina bei der Grundsteinlegung © AFP/Getty Images

Bangladeschs Ministerpräsidentin Sheikh Hasina und der Chef des russischen Atomenergiekonzerns Rosatom, Sergej Kirijenkohat, haben den Grundstein für den Bau eines Atomkraftwerks in Bangladesch gelegt. Es soll in Rooppur, 160 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka, errichtet werden.

Russland und Bangladesch unterzeichneten einen zweijährigen Planungsvertrag. Die Anlage mit einer Gesamtfläche von 104 Hektar soll auf dem östlichen Ufer des Ganges entstehen, der erste Reaktor soll 2018 ans Netz gehen und täglich 1.000 Megawatt Strom produzieren. Ein zweiter soll die Kapazität später auf 2.000 Megawatt verdoppeln. Damit will das Land seine Energieprobleme lösen.

Bangladesch hatte 2011 einen Vertrag mit Rosatom für den Bau des Werks unterschrieben. Russland stellte dem Land im Rahmen der Vereinbarung Kredite mit niedrigen Zinsen zur Verfügung, die 90 Prozent des Projekts finanzieren sollen. Über die Höhe des Kredits wird laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti nach Ablauf des Planungszeitraum verhandelt.

Das Projekt ist umstritten. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte es bereits vor zwei Jahren kritisiert. Die Region rund um Rooppur sei erdbebengefährdet und habe nicht genügend Wasser um die Brennstäbe zu kühlen.

Nach Informationen des Senders BBC sagte Ministerpräsidentin Hasina, die Reaktoren würden so gebaut, dass Naturkatastrophen sie nicht beschädigen könnten. Sie sollen neue Sicherheitssysteme erhalten, die nach der Katastrophe im japanischen Fukushima entwickelt worden seien. In der japanischen Stadt war das Atomkraftwerk des Betreibers Tepco bei einem Erdbeben im März 2011 schwer beschädigt worden. Die Region kämpft bis heute mit den Folgen.