Der Aufsichtsrat des Hauptstadtflughafens BER geht davon aus, dass der Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro nicht mehr zu halten ist. "Es wird teurer als ursprünglich geplant", sagte BER-Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider am Sonntag in einem ZDF-Interview. "Ob die fünf Milliarden real sind oder nicht, das vermag ich nicht zu sagen", sagte der Brandenburger Staatssekretär. Bretschneider war für den früheren brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck in den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft nachgerückt.

Laut Bretschneider sind die Gründe für die erneute Kostenzunahme vielfältig. Der Posten für den Schallschutz sei größer geworden, ebenso die Kosten für den vergrößerten Terminal. Zudem fielen jeden Monat Ausgaben an, ohne dass der Flughafen in Betrieb sei. Alleine die Ausgaben für den Schallschutz könnten sich am Ende auf insgesamt 700 Millionen Euro belaufen.

Geschäftsführer Hartmut Mehdorn hatte die monatlichen Kosten für die Verzögerungen beim Flughafenbau laut Berichten mit 35 Millionen Euro pro Monat beziffert.

Wie der Spiegel berichtet, will sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit offenbar dauerhaft an die Spitze des BER-Aufsichtsrats wählen lassen. Derzeit leitet er das Gremium kommissarisch, da Platzeck kürzlich aus gesundheitlichen Gründen von dem Posten zurückgetreten war. Nach Informationen des Spiegels soll die Wahl im Dezember erfolgen.

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens im Süden Berlins wurde wegen gravierender Baumängel bereits mehrfach verschoben. Bereits im August hatte Mehdorn angedeutet, dass ein neuer Starttermin womöglich nicht mehr wie geplant im Herbst festgelegt wird.