ZEIT ONLINE: Mit mehr als 70 Prozent haben Sie einen der höchsten Anteile erneuerbarer Energie in ihrem Netz. Trotzdem fordern Sie jetzt die Abschaffung der festen Einspeisevergütung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Warum?

Werner Brinker: Wir fördern mit sehr hohen Vergütungen den Zubau von Stromproduktionskapazität aus Biomasse, Wind und Photovoltaik unabhängig von der Netzinfrastruktur. Gleichzeitig geben wir den Erneuerbaren einen Vorrang im Netz. Zusammen ist das nichts anderes als eine schleichende Enteignung konventioneller Kraftwerke. Doch für eine stabile Stromversorgung werden sie weiterhin gebraucht.

ZEIT ONLINE: Ohne das EEG hätten wir nie einen Anteil der Erneuerbaren von 25 Prozent bekommen.

Brinker: Aber diese Anschubfinanzierung läuft schon seit 22 Jahren. Deshalb müssen sich dessen Nutznießer jetzt auch an den Kosten der Infrastrukturanpassung beteiligen, damit wir ein stabiles System mit einer gerechten Kostenverteilung beibehalten können.

ZEIT ONLINE: Sie wollen die garantierte Einspeisevergütung im Nachhinein kürzen?