Griechenland will einen Großteil seiner Kredite bei internationalen Geldgebern auf bis zu 50 Jahre strecken. Regierungskreisen zufolge sollen Kredite aus dem ersten Rettungspaket in eine 50-jährige Anleihe umgetauscht werden. Dies werde aber nur dann geschehen, wenn ein Überschuss im Primärhaushalt – in diesem Etat werden Zinszahlungen nicht berücksichtigt – erzielt wird und damit die Bedingungen für weitere Erleichterungen erfüllt sind.

Das Euro-Land wurde zweimal mit insgesamt 240 Milliarden Euro vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Ein erstes Paket umfasste 110 Milliarden Euro. Davon steuerten die Euro-Länder mit 52,9 Milliarden Euro den größten Teil bei, dazu kommen 20 Milliarden vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Rest vom Euro-Rettungsfonds EFSF. Die Rückzahlung dieser Kredite beginnt 2025. Sollte es tatsächlich zum Tausch in eine 50-jährige Anleihe kommen, würde sich dieser Zeitpunkt um Jahrzehnte nach hinten schieben.

Bislang, so der Regierungsvertreter, gebe es aber keine Gespräche mit den internationalen Geldgebern. Diese hatten der Regierung in Athen bereits Erleichterungen zugesagt, wenn sie ihre Sparziele in diesem Jahr erreiche. Sollte sie es tatsächlich schaffen und etwa im Primärhaushalt  einen Überschuss erwirtschaften, wären geringere Zinsbelastungen oder längere Laufzeiten möglich.

Hedgefonds wetten auf Erholung

Ökonomen zufolge dürfte dies aber nicht ausreichen. Angesichts der Verschuldung des Landes – in diesem Jahr stiegt sie wohl auf 322 Milliarden Euro – rechnen sie mit einem weiteren Hilfspaket, nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Höhe von weit mehr als zehn Milliarden Euro. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach in der Wirtschaftswoche von einer "Anschlussfinanzierung", die notwendig werden würde. Allerdings würde diese "nur einen Bruchteil der bisherigen Programme ausmachen".

Derweil sehen Investoren an der Wall Street erste Zeichen der Erholung. Wie die Financial Times berichtet, investieren US-Hedgefonds aggressiv in den griechischen Bankensektor und wetteten damit auf dessen Erholung. Die Zeitung zitiert den Milliardär John Paulson, dessen Hedgefonds neben Baupost, Eaglevale, Dromeus Capital, Falcon Edge, York Capital und Och-Ziff derart engagiert ist: Sein Fonds, so Paulson, halte beträchtliche Anteile an Piraeus Bank und Alpha Bank. Beide verfügten über eine gute Kapitalausstattung und ein gutes Management und befänden sich auf dem Weg der Besserung. Die Folge: Wegen des Engagements der Hedgefonds drängen dem Blatt zufolge große Geldhäuser die griechische Regierung, eine Reprivatisierung der Branche zu beschleunigen.