Die EU-Kommission hat den umstrittenen gentechnisch veränderten Mais SmartStax für Lebens- und Futtermittel zugelassen. SmartStax ist ein Genmais der US-Agrarfirmen Monsanto und Dow Agroscience, der in den USA seit 2011 angebaut wird. Seine Zulassung innerhalb der EU ist seit Jahren umstritten.

SmartStax wurde in der Vergangenheit auch als Super-Genmais bezeichnet, da er zwei bereits gentechnisch veränderte Maissorten kombiniert. Die neue Sorte ist nicht nur gegen zwei Unkrautbekämpfungsmittel resistent, sondern kann auch Gifte gegen sechs verschiedene Insektenarten wie etwa den Maiszünsler bilden.  

Christoph Then von der Gentechnik-kritischen Beratungsfirma Testbiotech zweifelt an der Sicherheit der Pflanzen, die "einen ganzen Giftcocktail enthalten". Zwar habe es Risikobewertungen von Monsanto, Dow Agroscience und der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA gegeben.

Testbiotech sieht bei diesen Bewertungen jedoch erhebliche Mängel: SmartStax sei nie an Tiere verfüttert worden, um die wissenschaftlichen Folgen abzuschätzen. Lediglich die Ursprungsgenpflanzen wurden einem Test unterzogen. Testbiotech will eine Beschwerde gegen die Entscheidung der EU-Kommission einlegen.     

Die EFSA hingegen fürchtet keine Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier. Im Jahr 2010 kam sie in einer Studie zu dem Schluss, SmartStax sei so sicher wie konventionell gezüchteter Mais. Auch der Biologe Christoph Tebbe sagte in einem Interview mit ZEIT ONLINE, er sehe bei dem Monsanto-Mais kaum Risiken.

EU will Maissorte 1507 zulassen

In der EU wird im Moment ein einziger gentechnisch veränderter Organismus angebaut: die Monsanto-Maissorte MON 810. Hauptanbaugebiet ist Spanien, acht Mitgliedstaaten haben den Anbau von MON 810 verboten, darunter Deutschland.

Zukünftig könnte allerdings eine weitere genveränderte Maissorte auf Europas Äckern wachsen. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg hat zudem am Mittwoch die EU-Staaten aufgefordert, über die Anbau-Zulassung der Maissorte 1507 des US-Herstellers Pioneer zu entscheiden. Seit Jahren ist die Maissorte bereits im Zulassungsverfahren, nun soll es offenbar abgeschlossen werden. Falls – wie in ähnlichen Fällen – keine qualifizierte Mehrheit zustande kommt, werde die EU-Kommission grünes Licht geben, sagte Borg. Jeder EU-Staat kann ihn dann trotzdem verbieten.

Der Pioneer-Mais 1507 ist resistent gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel und Mottenlarven. Sein Verkauf als Lebens- und Futtermittel ist in der EU bereits genehmigt.