Die mehr als 190 Länder auf dem UN-Klimagipfel scheinen sich nach nächtlichen Verhandlungen auf ein Abschlusspapier geeinigt zu haben. Es zeichne sich ab, dass es einen Vertragsentwurf geben werde. Dieser mache den Ländern allerdings nur vage Vorgaben, wann sie ihre Klimaschutzziele vor der für Ende 2015 in Paris geplanten UN-Konferenz präsentieren müssten. 

Dem letzten Entwurf zufolge müssten die Länder ihre Erklärung im ersten Quartal 2015 präsentieren, "wenn es ihnen möglich wäre". Die Verhandlungen sollen noch bis zum Nachmittag andauern. Ursprünglich sollte der Gipfel schon am Freitagabend enden.

Immerhin beim Thema Waldschutz gab es eine Einigung: Entwicklungsländer sollen in Zukunft Geld aus einem Fonds bekommen, um die Abholzung einzudämmen. Das so genannte REDD-Abkommen wurde bereits seit 2005 diskutiert und nun in der Plenarsitzung beschlossen.

Die Unterhändler hatten in Warschau zwei Wochen lang versucht, das für 2015 vorgesehene Klimaabkommen vorzubereiten. Dabei geht es um die Festlegung neuer Ziele, um die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen zu verringern. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten drangen auf einen klaren Plan für die Festsetzung der individuellen Klimaschutzziele, die mit dem Abkommen festgeschrieben werden sollen.

Die EU will ihr Klimaziel bereits 2014 festlegen, die USA dann im Frühjahr 2015. Einige Länder – darunter China als größter Verursacher von Klimagasen weltweit – wollen sich hingegen auf keine Frist einlassen.

Der Streit, wie viel Verantwortung Industrieländer einerseits und Schwellen- und Entwicklungsländer andererseits beim Klimaschutz übernehmen sollen, lähmt die Verhandlungen seit Jahren. Die ärmeren Länder argumentieren, bislang hätten vor allem die Industrieländer Treibhausgase ausgestoßen und zur Erwärmung der Erde beigetragen. Deshalb sollten sie auch mehr tun. Unter anderem die USA halten dagegen, ohne starkes Engagement des Hauptverschmutzers China mache das Abkommen keinen Sinn.