Auf dem Klimagipfel in Warschau haben die Vertreter aus 194 Staaten nur minimale Fortschritte erzielt. Nach einer mehr als 30 Stunden dauernden Verhandlung verabschiedeten die Unterhändler eine Reihe von Beschlüssen, die sofort als unzureichend kritisiert wurden. Man einigte sich schließlich zwar auf eine gemeinsame Formel. Doch könnte diese den für 2015 geplanten weltweiten Klimapakt schwächen.

Schwellenländer wie China und Indien setzten durch, dass die rechtliche Verbindlichkeit künftiger Ziele offen gelassen wurde. Anders als zunächst vorgeschlagen ist im Schlussdokument nun nicht mehr von "Verpflichtungen", sondern von "Beiträgen" zum Klimaschutz die Rede. Ausdrücklich heißt es, dass die rechtliche Verbindlichkeit des Begriffes "Beiträge" noch nicht festgelegt sei.

Diese Formulierung stellt einen Kompromiss zwischen den Industrie- und Schwellenländern dar. Der chinesische Unterhändler Su Wei hatte eine klare Unterscheidung zwischen Schwellen- und Industrieländern im Abschluss-Dokument verlangt. Industrieländer wie die USA wollten diese Forderung nicht annehmen. Kurzzeitig drohte deshalb der Gipfel zu scheitern.

Auch bei der langfristigen Finanzierung von Klimahilfen für arme Staaten blieben wesentliche Fortschritte aus. Bereits bei vergangenen Klimagipfeln hatte die Staatengemeinschaft vereinbart, dass ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klima-Hilfen an Entwicklungsländer zur Verfügung stehen sollen. Wie das Geld zusammenkommen soll, bleibt aber weiter unklar.

Die Entwicklungsländer-Gruppe G-77 hatte in Warschau die Festlegung eines Zwischenziels verlangt: Bis 2016 solle die jährliche Hilfesumme auf 70 Milliarden Dollar steigen. Die Industriestaaten setzen jedoch durch, dass die Hilfen nur "kontinuierlich" gesteigert werden.

Zur Bewältigung von Klimaschäden vereinbarten die Staaten einen sogenannten "Warschauer Mechanismus", der zum Beispiel die Katastrophenvor- und nachsorge in armen Staaten stärken soll. Arme Staaten hatten eine weitgehende Eigenständigkeit des Mechanismus mit weitreichende Entscheidungskompetenzen verlangt. Die Industriestaaten wollten dagegen eine stärkere Einbettung in bereits bestehende Strukturen und setzten sich durch. Allerdings soll diese Entscheidung 2016 überprüft werden.