Der Delegierte der Philippinen hat in einer emotionsgeladenen Rede bei der UN-Klimakonferenz in Warschau zu entschiedeneren Anstrengungen gegen den Klimawandel aufgerufen. "Stoppt diesen Wahnsinn", sagte Naderev Sano, als er von den Auswirkungen des Taifuns Haiyan in seiner Heimat berichtete. Er kündigte an, so lange zu fasten, bis die Klimakonferenz eine bedeutsame Vereinbarung erzielt habe.

"Mein Land weigert sich hinzunehmen, dass eine 30. oder 40. Klimakonferenz nötig sein soll, um das Problem des Klimawandels zu lösen", sagte Sano. "Wir weigern uns zu akzeptieren, dass unser Leben darin bestehen soll, vor Monsterstürmen zu fliehen, unsere Familien in Sicherheit zu bringen, Zerstörung und Not zu erleiden und unsere Toten zählen zu müssen."

Die Philippinen waren am Freitag von Haiyan getroffen worden, einem der bislang heftigsten Stürme überhaupt. Mehr als 10.000 Menschen wurden nach Schätzungen der Behörden getötet. Vor dem vorangegangenen Weltklimagipfel im Dezember 2012 in Katars Hauptstadt Doha hatte der Taifun Bopha auf den Philippinen mehr als tausend Menschen getötet. Für Experten steht fest, dass der von Menschen verursachte Klimawandel Ursache für Wetterextreme wie diese ist.

Die philippinische Delegationsleiterin Alicia Ilaga sagte in Warschau: "Jedes Mal, wenn ich zu diesen Konferenzen komme, sind wir mit einer neuen Katastrophe konfrontiert." Sie verlange von den Verantwortlichen der ganzen Welt, in Polen zu handeln, sagte Ilaga.

Figueres ruft zu zusätzlichen Anstrengungen auf

Tausende Delegierte aus aller Welt wollen auf der Klimakonferenz die Basis für ein neues Bündnis im Kampf gegen die globale Erwärmung legen. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Montag in Warschau sagte Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der UN-Klimarahmenkonvention, es sei an der Zeit, zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um den kommenden Generationen einen größeren Klimaschutz bieten zu können.

Ergebnisse der zwei Wochen andauernden Warschauer Gespräche könnten ein Indikator dafür sein, wie die Chancen auf eine Einigung auf einen Klimavertrag stehen, der 2015 in Paris unterzeichnet werden könnte. Dies wurde als neue Frist gesetzt, nachdem ein Gipfel unter Führung der UN 2009 in Kopenhagen gescheitert war. Umstritten ist vor allem, wie die Lasten der Begrenzung von Schadstoff-Emissionen verteilt werden sollen. Seit Beginn der Klimaverhandlungen 1992 streiten reiche und arme Staaten über ihren Anteil daran.