FleischatlasUnser täglich Hormonfleisch

Billigfleisch aus Schlachtfabriken, Turbo-Sauen voller Medikamente: Der Fleischatlas beschreibt die Bedingungen der Produktion – und zeigt, dass es auch besser ginge. von 

Es ist der Einsatz von Medikamenten mit bizarren Folgen: In der deutschen Schweinemast erhalten die Sauen nach Einschätzung des Bunds für Umwelt- und Naturschutz immer öfter systematisch Sexualhormone. Die Hormone schalten den Sexualzyklus der Tiere gleich und führen dazu, dass unnatürlich viele Ferkel geboren werden. Hormonell wirksame Substanzen, unter ihnen die als krebserregend und erbgutschädigend geltenden Steroide, gelangen mit der Gülle aufs Feld und ins Trinkwasser.     

Die Zucht mit Sexualhormonen müsse aufhören, verlangt der BUND. Es ist eine der zentralen Forderungen im Fleischatlas, den der Umweltschutzverband gemeinsam mit der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung und der Zeitung Le monde diplomatique am Donnerstag in Berlin vorgestellt hat. In dem Bericht, den die drei Organisationen zum zweiten Mal herausgeben, beschreiben sie das große Geschäft mit den Tieren: die steigende Nachfrage nach Fleisch, vor allem in den boomenden Schwellenländer. Die zu Hochleistungsfabriken gewandelten Schlachthöfe – auch in Deutschland.

Anzeige

Immer mehr Nutztier-Arten verschwinden, Ackerland wird verschwendet. Zudem konzentriert sich die globalisierte Industrie immer stärker: Die meisten Großkonzerne kommen aus den USA und Brasilien (siehe Grafik am Ende des Textes). Deutsche Unternehmen finden sich zwar nicht in den Top Ten, aber die deutschen Fleischfabriken produzieren ebenfalls längst für den Weltmarkt. Das hiesige Unternehmen Tönnies gehört in Europa zu den Großen.  

Emotionale Debatte ums Essen

Die Trends zu einer stärkeren Industrialisierung, Globalisierung und Konzentration sind nicht neu, aber dennoch brisant. Den Verbrauchern ist wichtig, was sie essen, ob aus Gesundheits- oder Umweltschutzgründen. Und nur wenige Debatten werden in der Öffentlichkeit so emotional geführt wie jene über Vegetarismus, Veganismus und Fleischkonsum. 

Alexandra Endres
Alexandra Endres

Alexandra Endres ist Redakteurin im Ressort Wirtschaft bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Dass die Autoren des Fleischatlas den weltweit wachsenden Carnivorismus kritisch beurteilen, zeigt bereits die Aufmachung des Werks: "Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel" steht da über einer aus rohen Koteletts zusammengepuzzelten Weltkarte. "Ernährung ist nicht nur Privatsache", schreiben die Autoren. Die globale Mittelschicht verbrauche einfach zu viel Fleisch.   

Gleich daneben steht aber auch: Würden die Tiere in bäuerlichen Kleinbetrieben und artgerecht gehalten, könnte das dem Klima, der Umwelt und der Gesundheit sogar nutzen. Es geht im Fleischatlas also nicht nur darum, wie schädlich Fleischkonsum sein kann, sondern auch um eine zweite, ebenso grundsätzliche Frage: Unter welchen Bedingungen wollen wir unsere Nahrung hergestellt wissen?

Das Thema ist aktuell und treibt zurzeit auch Politiker um. Das zeigt sich gerade in den Freihandelsverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union. Die geplante transatlantische Freihandelszone soll beiden Partnern noch mehr Wohlstand bescheren. 

Noch mehr Hormone 

Doch Umwelt- und Verbraucherschützer befürchten schädliche Nebenwirkungen – unter anderem noch mehr Hormone in der Zucht. Denn die Fleischfabriken in den USA funktionieren nach anderen Regeln als die europäischen Betriebe. Die Mästereien und Milchproduzenten der USA setzen häufig Wachstumshormone ein, die in der Europäischen Union wegen ihrer Nebenwirkungen für die Tiere und der möglichen Folgen für die menschliche Gesundheit verboten sind.

Ractopamin ist eines dieser Hormone, das auch in Brasilien gerne benutzt wird. Ractopamin lässt Mastschweine und Rinder schneller Fleisch ansetzen, und Kühe geben durch das Medikament mehr Milch. Je nach gemästeter Tierart steigt die Produktivität der Betriebe durch den Zusatzstoff um bis zu 38 Prozent. Die meisten Staaten der Welt untersagen den Einsatz solcher Wachstumshormone, darunter China, Russland, Indien und die Türkei.  

Leserkommentare
  1. Manch Anti-Faltencreme hat mehr Hormone in der Edelverpackung als als auch 2 Schweine während der ganzen Zeit in Aufzucht und Mast erhalten.

    Hormone gelangen nicht nur über den Magen als Bulette in den Menschen - über die Haut geht das auch.

    Nur so am Rande, nebenbei

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Oder was soll Ihre Botschaft sein?

    Bislang ist in der Öffentlichkeit überhaupt noch nicht hinreichend bekannt, dass nicht nur Antibiotika, sondern auch Hormone in Industriellen Maßstäben in der Tierzucht verwendet werden.

    Auch der erneute Hinweis auf das in Hinterzimmern unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelte Freihandelsabkommen ist eine der wichtigsten Aussagen, um die Öffentlichkeit endlich zu sensibilisieren. Da kommen evtl. katastrophale Einflüsse in den europäischen Markt. Zukünftig werden wir dann keinen wirksamen Verbraucherschutz gegen gentechnisch veränderte Nahrung, großindustrielle Tierzucht, Einsatz von nachweislich schädigenden Stoffen in Tier- und Pflanzenzucht etc. etc. etc. mehr haben. Dieses Freihandelsabkommen wird von amerikanischer Seite ausschließlich zur Steigerung des amerikanischen Profits angestrebt. Viele Länder, darunter z.B. Australien, haben längst bedauert, dass sie ein solches Abkommen unterzeichnet haben.
    Gleichzeitig dient es dazu, nationales und europäisches Recht auszuhebeln und großindustrielle Konzerninteressen einklagbar zu machen.

    Ich selbst investiere inzwischen Zeit und Mühe, um in unserer Region ebenfalls eine "solidarische Landwirtschaft" aufzubauen, um einerseits das Sterben der kleinen und mittleren Bauernhöfe zu stoppen und andererseits auf diese Weise vernünftige Lebensmittel zu erhalten, die ihrem Namen Ehre machen - LEBENSmittel - und die nicht, der Profitgier weniger geschuldet , krank machen.

    • shtok3
    • 09. Januar 2014 12:17 Uhr

    unterstellen der Autorin nicht, dass sie politisch und ökologisch unkorrekte Faltencreme benutzt. Aber Spass bei Seite.

    Sie haben schon Recht, dass das Fleisch im täglichen Leben da das kleinere Problem ist. Was die Deutschen sich täglich über Trinkwasser an Antibiotika, Pestiziden und Hormonen reinziehen, stellt das Hormonfleischproblem bei der Schweinmast weit in den Schatten. Dank der Frauen sinkt durch ihre Selbstbestimmung die Fruchbarkeit der Männer. Die Auswirkung der chemischen Verhütungskeule kann man in und um Berlin bereits gut an den Fischpopulationen sehen.

    • Acrux
    • 09. Januar 2014 14:32 Uhr

    einzige frei verkaeuflich als Schoenheitsprodukt, so jedenfalls dieser Artikel zur Sache von letztem Monat:

    http://www.cosmeticsandsk...

    Die Sache wurde, wie es scheint, in den letzten 50 Jahren wegreguliert.

  2. "Ernährung ist nicht nur Privatsache" steht da und es macht mir Angst. Tierschutz über Freiheit also? Oder geht auch beides? Muss man das wirklich politisch lösen, oder reicht nicht auch Aufklärung? Übertriebener Aktivismus treibt der FDP die Wähler wieder ins Haus.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Leuten, denen das bei dem Artikel am meisten "Angst" macht, haben offenbar nichts verstanden und sind auch immer noch nicht bereit, ihre eigenen Konsumgewohnheiten zu hinterfragen... hauptsache "Freiheit"!

    "Die globale Mittelschicht verbrauche einfach zu viel Fleisch.
    Würden die Tiere in bäuerlichen Kleinbetrieben und artgerecht gehalten, könnte das dem Klima, der Umwelt und der Gesundheit sogar nutzen."

    Das sind die entscheidenden Fakten...

    wie viele Menschen nichts mehr mit dem Begriff Freiheit anfangen können. Erschöpft sich für Sie der Begriff der "Freiheit" nur noch darin, wieviel Billig-Schnitzel Sie kaufen können? Und wenn "Freiheit" für viele Mitbürger nur noch ein Kriterium des ungebremsten (zerstörerischen) Konsums ist, dann verstehen Sie vielleicht wenigstens,m dass ich die Freiheit meines Schnitzels von Hormonen fordere.

    Wie bereits DerPatriarch geschrieben hat, geht es um die Produktionsbedingungen: bei diesem Punkt halte ich es für absolut sinnvoll, dass der Staat regulierend (sprich: schützend für Tier, Umwelt und Mensch) eingreift.
    Weiters geht es um die Belastung des Fleisches mit Hormonen und anderen Substanzen, die sowohl für Tier als auch Mensch schädlich sind/sein können.

    In beiden Fällen geht der Schutz der Umwelt, der Tiere und des Menschen über die "Freiheit", zumal es sich ja nicht um Ihre Freiheit "Schnitzel kaufen" geht, sondern um die Freiheit der kapitalistischen Fleischindustrie geht, so billig und effizient wie möglich zu produzieren, unter Ausklammerung der gesamtgesellschaftlichen folgen.

    • May Hem
    • 09. Januar 2014 10:57 Uhr

    Dass man sich nicht in all seine Privatangelegenheiten per Gesetz hereinreden lassen möchte, ist verständlich. Auch welchen Anspruch man an sein Fleisch hat, muss man selber wissen. Nur ist der übermäßige Konsum von (billigem) Fleisch insofern keine Privatsache mehr, als dass wir damit
    a) sowohl den Treibhauseffekt begünstigen (Abholzung von Fläche zum Tierfutteranbau, wahnwitzige Mengen von Tierexkrementen, nicht-nachhaltige Landwirtschaft)
    b) der Bevölkerung von anderen, zumeist ärmeren Ländern, die Grundnahrungsmittel vom Teller fressen (Anbau von Tierfutter statt Nahrung für Menschen: mit der Menge an Getreide/Soja, die für die Tiermästung/Fleischerzeugung nötig ist, könnte man ungleich mehr Menschen vegetarisch satt machen.)
    Dabei geht es noch nicht einmal um Tierschutz, obwohl ich persönlich auch den für sinnvoll halte. Meines Erachtens braucht nicht jeder gleich Vegetarier oder Veganer werden, aber man sollte doch über seinen Tellerrand hinausschauen, was die eigenen Vorlieben global anrichten. Das scheinen zu wenige zu tun. In dem Zusammenhang war auch de Umgang mit dem Vorschlag zum "Veggie-Day" so ärgerlich. Es wurde viel zu wenig kommuniziert, worum es meiner Meinung nach dabei wirklich geht: nicht um Bevormundung, weil "das gesünder ist" oder "die Tiere einem Leid tun". Sondern den Versuch, die Welt ein kleines bisschen lebenswerter für alle Menschen von heute und vor allem von morgen zu machen.

    Es geht einzig um die Freiheit der Konzerne, die dann jeden Verbraucherschutz, Tierschutz, Umweltschutz und Organisierungsfreiheit für Arbeiter und Angestellte als Handelshemmnis vor ein Schiedsgericht bringen können und auf Millionen, wenn nicht Milliarden-"Schadenersatz" klagen können, bzw. mit der Drohung solcher Klagen Gesetze verhindern können und werden.
    Und wer mal die schmerzverkrümmten Kühe in dem Film Corporation gesehen hat, die infolge der von Monsanto zugegebenen Mittel zur Milchsteigerung schwere Mastitis haben, der kann eine solche Stellungnahme wie die Ihrige nur als widerlich zynisch anschauen.
    http://www.youtube.com/wa...

    welch missbrauchtes Wort.

    Sie haben die Freiheit sich das mit Hormonen vollgestopfteste Schnitzel auf dem Markt zu suchen, von der Sau die ausversehen lebend gehäutet wurde von einem Arbeiter der 6.2€ die Stunde bekommen hat und seit 15 Jahren befristet ist.

    Wir werden sofortigst einen Antrag stellen, dass diese Sonderbedingungen nur FÜR Sie ausgezeichnet werden. Damit sie freiheitlich ihr Schnitzel auf dem Markt finden.

    Es wird "Sunshine-Schnitzel" heißen und hoffentlich nur noch 1% Marktanteil ausmachen.

    Zum glück geht es anderen auch so...

    Freiheit heißt nicht, dass man in der Welt "raumsauen" darf wie man will...

    Moin,

    an dem ersten Kommentar zu Ihrem Beitrag sehen sie ja was viele denken. Ich im übrigen nicht.

    CU

    Mit der immer wieder herbei zitierten (persönlichen) „Freiheit“ ist es so ein Ding.
    Freiheit ist schließlich nicht, jedes noch so rücksichtslose, ignorante Bedürfnis oder ebenso geartete Disposition ungehindert ausleben zu dürfen.
    Wenn dem so wäre, bräuchten wir ja keine Gefängnisse und Irrenanstalten mehr.

  3. Hormone können Krebs verursachen und gehören verboten. Viel wichtiger ist es aber gepökeltes Fleisch zu vermeiden. Wegen des besseren Angebots an frischem Fleisch ist der Magenkrebs in Deutschland seit den 70 Jahren signifikant zurückgegangen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und wir verhüten demnächst alle nur noch mit Kondomen! Damit wäre dann das demographische Problem in Deutschland gelöst! HEUREKA!

    ... aber Magenkrebs ist vor allem deswegen stark zurückgegangen, weil heute bei Magenreizung sofort auf Helicobacter pylori untersucht und bei Fund dagegen behandelt wird.

  4. Es ginge besser, aber niemand, der der Erwähnung wert wäre, will es besser: die Verbraucher wollen spätestens vierzehn Tage nach einem Fleischskandal "Billigfleisch" bzw. interessieren sich nicht dafür, "wo der Burger herkommt", die Fleischindustrie will "Min/Max", die Fleischproduzenten sprich Landwirte sind sich uneinig aber im Zweifel kann man auch versuchen, zu geringe Preise mit höherem Produktionsausstoss (und mit allem was die Ausstossquote erhöht sprich z.B. Hormone) kompensieren und die Politiker tun sowieso nur dass, was ihnen die Lobby der Fleischindustrie diktiert. Das Verbraucherministerium heisst Verbraucherministerium weil es die Geduld denkender Menschen verbraucht.

    14 Leserempfehlungen
  5. >> Und Europa könnte gezwungen sein, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel stärker als bisher zu akzeptieren. <<

    ... zu nichts gezwungen.

    Es sind unsere gewählten und - schlimmer - nicht gewählten Politiker, die in unserem Namen und hinter verschlossenen Türen möglicherweise Dinge akzeptieren werden, die die meisten von uns tatsächlich nicht wollen.

    35 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Und Europa könnte gezwungen sein, gentechnisch veränderte Nahrungsmittel stärker als bisher zu akzeptieren. "

    Dieser Artikel dient der rethorisch-medialen Vorbereitung der von den USA geforderten Freihandelszone.

    Monsanto lässt grüßen.

    • Sagsco
    • 09. Januar 2014 9:53 Uhr

    ... im Körper, und - wie nihil-est richtig schreibt - es gibt viele Wege und viele Möglichkeiten. Die Hormone kommen aus der Nahrung und aus der Kosmetik, und dann produziert jeder einzelne Mensch ja auch noch seine eigenen physiologischen Hormone! Etwas zuviel des "Guten", will es scheinen.
    Breite Aufklärung tut not, das könnten Ärzte und Gesundheitspolitiker gemeinsam leisten. Aber dann wäre da ja auch noch die Wirtschafts-Lobby mit ihren Verhinderungsstrategien ... und so bleibt es bei jedem Einzelnen von uns, an Informationen zu gelangen. Dazu ist dieser Artikel schon ein nützlicher Auftakt.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • carmat
    • 09. Januar 2014 10:27 Uhr

    Versuche am lebenden Objekt.
    Siehe die Sendung PLUSMINUS von gestern (Mi, 8.1.)

    DIe Zuordnung des Verbraucherschutzes in das Justizministerium kann man nur begrüßen.

    Es bleibt abzuwarten, ob die Menschen Druck ausüben, denn Gesundheit, ihr Schutz ist ein Menschenrecht; ob der neue Minister seiner Verantwortung gerecht wird.

    Er hat es mit einem Lobbyismus zu tun, mit dem letztendlich auch ein Herr Seehofer als Gesundheitsminister nicht klar kam.

    Augiasstall. Ausmisten. Gemeinsam. Jetzt.

  6. Oder was soll Ihre Botschaft sein?

    Bislang ist in der Öffentlichkeit überhaupt noch nicht hinreichend bekannt, dass nicht nur Antibiotika, sondern auch Hormone in Industriellen Maßstäben in der Tierzucht verwendet werden.

    Auch der erneute Hinweis auf das in Hinterzimmern unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelte Freihandelsabkommen ist eine der wichtigsten Aussagen, um die Öffentlichkeit endlich zu sensibilisieren. Da kommen evtl. katastrophale Einflüsse in den europäischen Markt. Zukünftig werden wir dann keinen wirksamen Verbraucherschutz gegen gentechnisch veränderte Nahrung, großindustrielle Tierzucht, Einsatz von nachweislich schädigenden Stoffen in Tier- und Pflanzenzucht etc. etc. etc. mehr haben. Dieses Freihandelsabkommen wird von amerikanischer Seite ausschließlich zur Steigerung des amerikanischen Profits angestrebt. Viele Länder, darunter z.B. Australien, haben längst bedauert, dass sie ein solches Abkommen unterzeichnet haben.
    Gleichzeitig dient es dazu, nationales und europäisches Recht auszuhebeln und großindustrielle Konzerninteressen einklagbar zu machen.

    Ich selbst investiere inzwischen Zeit und Mühe, um in unserer Region ebenfalls eine "solidarische Landwirtschaft" aufzubauen, um einerseits das Sterben der kleinen und mittleren Bauernhöfe zu stoppen und andererseits auf diese Weise vernünftige Lebensmittel zu erhalten, die ihrem Namen Ehre machen - LEBENSmittel - und die nicht, der Profitgier weniger geschuldet , krank machen.

    28 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sachlich, sachlich"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    richtig! Bedürfnis- statt Profitorientiert müssen nicht nur Lebensmittel erzeugt werden. Niemand will Hormon- und Antibiotikaverseuchtes Fleisch. „Es geht nicht nur darum, was wir essen oder um unsere Gesundheit, sondern darum, was wir wissen dürfen." Dieses Zitat stellen die Filmemacher (http://de.gloria.tv/?medi...) an den Anfang des Filmes. Und ziehen am Ende den Schluß: „Einer der wichtigsten Kämpfe der Verbraucher ist der Kampf um das Wissen, was in unserem Essen ist und wie es hergestellt wurde." Mit aller Macht verhindern große Konzerne in Amerika und weltweit, daß Verbraucher erfahren, wie ihr Essen hergestellt wird. Kritiker werden mit Prozessen überzogen und so mundtot gemacht.

    Da ist ein Zeitartikel sicher hilfreich aber immernoch einer der wenigen berühmten Tropfen auf die heiße Herdplatte. Wo sind z.B. Informationen über das geplante Freihandelsabkommen und den darin versteckten Schweinereien?

    Kommunal, dezentral, solidarisch, gemeinsam: Leben kann nur gemeinsam gestaltet werden. Die Zukunft liegt in den Commons, also in Arrangements zur Herstellung und Erhaltung von gemeinsam genutzten Ressourcen. P.M. zeigt in "Computer + Kartoffeln" (http://www.edition-nautil...) sehr konkret und detailliert, wie der Kapitalismus abgelöst werden kann, wie Gemeinschaften Märkte ersetzen können: eine Gebrauchsanweisung für das Gemeinglück.

    Praktizierbar z.B. in Verbrauchergenossenschaften oder CSA: http://www.dein-hof.de/

    Die Parteien müssen in dieser Frage rechtzeitig Farbe bekennen. Die USA wollen uns über die Löffel Barbieren.

    • lilaa
    • 09. Januar 2014 15:39 Uhr

    Könnten Sie mir dazu, gerne als Privatnachricht, einen weiterführenden Link zukommen lassen? Ich habe leider nicht die Zeit, ein derartiges Netzwerk hochzuziehen, würde aber gerne bei einem mitmachen, und habe es bislang noch nicht geschafft, eine Verzeichnisseite oder ähnliches zu finden (ungeschicktes Googlen kann natürlich die Ursache sein).

    Vielen Dank!

  7. "Was können Verbraucher tun, um die Verhältnisse zu verbessern?

    Weniger Fleisch essen, sich für den Tierschutz einsetzen. Verbraucher könnten Öko-Lebensmittel kaufen und sich genau nach den Standards erkundigen, nach denen sie hergestellt wurden. Auch wer eine kleinbäuerliche Landwirtschaft unterstütze, trage zur Agrarwende bei. Als Beispiel nennt der Bund die "solidarische Landwirtschaft": Konsumenten schließen sich zusammen und garantieren dem Landwirt, alle seine Erzeugnisse zu kaufen – und sie zahlen im Voraus. So kann der Bauer sicher planen, seine Kunden erhalten gute Nahrungsmittel, und alle gemeinsam tragen das Risiko von Ernteausfällen.

    Die Botschaft ist: Auch Einzelne können etwas bewirken. "Am Ende aber entscheidet die Gesellschaft." Die entscheidende Frage wird sein, ob die Mehrheit der Bürger weiterhin billige Industrieware essen möchte oder nicht. "

    wie wäre es seinen bundestagsabgeordneten (m/w) seinen europaabgeordeneten (m/w) zu befragen, was mit dem freihandelsabkommen mit den usa auf uns zu kommt, wo sie/er steht und was sie/er gedenkt zu tun, dinge, die euopa, seine verbraucher (m/w) nicht wollen zu verhindern?

    wir haben in 2014 wahlen in europa. man kann deutlich mehr tun - als journalistischer aufklärer (m/w) - den alten satz zu wiederholen:

    "Die entscheidende Frage wird sein, ob die Mehrheit der Bürger weiterhin billige Industrieware essen möchte oder nicht."

    über das freihandelsabkommen komplett zu informieren zum beispiel.

    23 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sollte Pflichtprogramm an Schulen und auch mal zur primetime nicht nur auf arte laufen:
    http://de.gloria.tv/?medi...
    Wie fast immer und überall geht's in erster Linie um Geld. Konsumentenschelte à la "solange das gekauft wird..." greift hier iMHO zu kurz:
    "Dass „gesunde Ernährung“ überhaupt zum speziellen Label der Lebensmittelproduktion werden konnte, spricht schon Bände. Die Selbstverständlichkeit, dass Nahrungsmittel der Gesundheit zu- statt abträglich sein sollten, ist im Kapitalismus offenbar keine. Aber gegen einen gewissen Aufpreis soll sie käuflich sein, in Biomärkten angeblich. Der Appell an Gesundheitsbewusstsein und Gewissen der Konsumenten leidet freilich schon daran, dass den meisten die nötige Kaufkraft dafür nicht zu Gebote steht. Ihr Lohneinkommen wird nämlich von eben der Sorte Unternehmertum so kärglich bestückt, das auf der anderen Seite den Markt mit wenig zuträglichen Lebensmitteln beliefert. ... Dieselbe Geldrechnung, die der Grund für die hässlichen Folgen war, kann nicht zugleich das Heilmittel dagegen sein. "
    http://www.gegenstandpunk...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service