Die deutschen Unternehmen haben einen guten Jahresauftakt erwischt. Dies besagt der Ifo-Geschäftsklimaindex vom Januar, der überraschend deutlich von 109,5 auf 110,6 Punkte gestiegen ist. Das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft kletterte damit auf den höchsten Stand seit etwa zweieinhalb Jahren.

Die rund 7.000 vom Münchner Ifo-Institut befragten Manager schätzen demnach sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate günstiger ein. "Die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf waren fast drei Jahre lang nicht mehr so optimistisch wie heute", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. "Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsfroh ins neue Jahr."

Der Index hält sich bereits seit März 2010 über der Marke von 100 Punkten. Den letzten kleinen Rückgang hatte der Index im Oktober vergangenen Jahres verzeichnet. Nun kletterte der Index das dritte Mal in Folge, was nach einer Faustformel als konjunkturelle Trendwende gilt.

Analysten und Volkswirte zufrieden

Für Schwung sorgte vor allem die Industrie. Die Betriebe bewerteten ihre Lage deutlich besser als zuletzt und blickten auch dank gestiegener Exporterwartungen zuversichtlich nach vorn. "Der Optimismus hat merklich zugenommen", betonte Sinn. Auch im Großhandel hellte sich die Stimmung spürbar auf, während sie sich im Einzelhandel etwas abkühlte. Am Bau ging es ebenfalls bergauf.

Ökonomen hatten mit einem derartigen Plus gerechnet. "Deutschland bleibt das Zugpferd des Euro-Raums", sagte Analyst Holger Sandte von der Bank Nordea, weist aber zugleich auf die schwierigen Rahmenbedingungen der deutschen Konjunktur hin: "Die Unruhe in einigen Schwellenländern könnte sich in den nächsten Monaten negativ auswirken, aber solange China stabil bleibt, wird es wohl so gravierend nicht werden." Auch Jörg Zeuner von der KfW-Bank warnt vor Risiken: "Bedingung für den Optimismus ist, dass es in Europa nicht zu unerwarteten Rückschlägen kommt." Andreas Scheuerle von der Dekabank zieht indes ein positives Fazit: "Das spricht für eine gemächliche, wohlige Aufwärtsbewegung der Konjunktur und gegen ein kurzfristig aufloderndes Strohfeuer."