Textilarbeiterinnen protestierten schon Ende Dezember für höhere Löhne - hier ein Foto vom Silvestertag des vergangenen Jahres. © Samrang Pring/Reuters

ZEIT ONLINE: Frau Dusch Silva, nach den Zusammenstößen vom Wochenende sind die streikenden Textilarbeiter von Kambodschas Straßen verschwunden. Zumindest nach außen hin scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Wie schätzen sie die Situation ein?

Sandra Dusch Silva: Die Lage ist immer noch sehr angespannt. Die Regierung lenkt nicht ein. Die Organisationen, mit denen wir in Kambodscha zusammenarbeiten, berichten uns, dass es keine Verbesserungen gab. Immer noch sind einige der Streikenden inhaftiert, manche wurden misshandelt. Wie viele in Haft sind, lässt sich nicht verlässlich sagen.

ZEIT ONLINE: Nachrichtenagenturen zufolge haben die meisten Textilfabriken am Dienstag ihren Betrieb wieder aufgenommen. Am Mittwoch hieß es, fast alle Arbeiterinnen seien wieder in die Fabriken zurückgekehrt.

Dusch Silva: Sie sind natürlich eingeschüchtert. Ihre zunächst friedlichen Proteste sind mit Gewalt niedergeschlagen worden; fünf Menschen sind gestorben. Jetzt wird es erst einmal keine Demonstrationen mehr geben. Die Leute haben Angst.

ZEIT ONLINE: Unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen denn in Kambodschas Textilindustrie?