Geflügelmast in Wurmannsquick (Bayern) © dpa

Fast jeder interessiert sich für das Essen. Und mehr als zwei Drittel der Verbraucher sorgen sich vor allem aus gesundheitlichen Gründen, dass ihre Lebensmittel mit Schadstoffen belastet sind. Das ergibt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa, die ZEIT ONLINE vorliegt. Im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wurden Bürger befragt, wo sie Missstände bei der Herstellung unserer Nahrung sehen. 

Die Ergebnisse müssten besonders die Lebensmittelindustrie alarmieren. Denn trotz der wachsenden Zahl von Gütesiegeln haben 85 Prozent der Befragten nur ein geringes Vertrauen, dass die Industrie bei der Produktion von Lebensmitteln die Umweltbelastung gering hält, mit Blick auf den Handel sind es nur 84 Prozent.

Befragt nach den Gründen finden 94 Prozent, dass Wirtschaftsinteressen vor Umweltinteressen gehen. Für 91 Prozent bewegt sich die Politik zu langsam. Die sollte beispielsweise den Ökolandbau mehr fördern oder die Tierhaltung besser kontrollieren.

Sich selbst sehen die Verbraucher vor allem bei der Lebensmittelverschwendung in der Pflicht. 73 Prozent der Befragten halten es für sinnvoll, freiwillig den Fleischkonsum zu reduzieren. Auch mehr Bildung und eine gesetzliche Veränderung bei den Haltbarkeitsdaten wird von einer großen Mehrheit positiv beurteilt. Doch am meisten helfen würde ganz einfach: Weniger kaufen und weniger wegwerfen. Dem Handel dürfte allerdings auch das wenig Freude machen.