Portugal hat mit langfristigen Staatsanleihen 3,25 Milliarden Euro eingenommen. Das sei ein Anfang, den Finanzbedarf des Landes wieder selbstständig decken zu können, sagte Premierminister Pedro Passos Coelho. "Wir sind gut gestartet." Portugal ist seit Mitte 2011 auf internationale Kredite angewiesen, will aber ab Mai ohne das Hilfsprogramm auskommen können.

Finanzministerin Maria Luís Albuquerque teilte mit, die ausgegebene fünfjährige Anleihe sei dreifach überzeichnet gewesen und Portugal hätte Wertpapiere im Wert von elf Milliarden Euro verkaufen können. Die neuen Investoren, die vor allem aus Großbritannien und Skandinavien kommen, erhalten vom Staat einen Zinssatz von 4,657 Prozent. Durch die Auktion kann Portugal knapp die Hälfte seines Finanzbedarfs von 7,1 Milliarden Euro für das laufende Jahr decken.

"Die erfolgreiche Emission ist ein wichtiger Schritt zur dauerhaften Rückkehr auf die Märkte und ein Zeichen für das wachsende Vertrauen der Investoren in Portugal", sagte der Sprecher von EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Es war Portugals erste Ausgabe langjähriger Staatsanleihen seit Mai 2013.

Internationale Kredite über 78 Milliarden Euro

Im Mai 2011 hatte Portugal internationale Kredite in Höhe von 78 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Im Gegenzug forderten die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) eine rigide Sparpolitik von der portugiesischen Regierung. Zehntausende Portugiesen demonstrierten dagegen.

Zu Jahresbeginn hat auch Spanien mit der Ausgabe fünf- und fünfzehnjähriger Anleihen mit sinkenden Zinsen 5,3 Milliarden Euro eingenommen. Irland gab am vergangenen Dienstag ebenfalls erstmals nach drei Jahren im Hilfsprogramm für die Euro-Zone erfolgreich langfristige Staatsanleihen aus.