Die EU-Kommission wird die Übergangszeit für die Einführung des neuen europäischen Zahlungssystems Sepa um sechs Monate verlängern. Offiziell bleibe es zwar dabei, dass die Frist für die alten Kontonummern und Bankleitzahlen am 1. Februar 2014 endet, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. In der Praxis allerdings sollen die bisherigen Überweisungswege noch sechs Monate länger funktionieren. Die Bankkunden sind dennoch aufgefordert, ab sofort für ihre Kontoangelegenheiten die neue, 22-stellige Iban-Nummer zu nutzen.

Er bedauere die Entscheidung, wolle dadurch aber verhindern, dass es zu Unterbrechungen im Zahlungsverkehr komme, begründete der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier die Fristverlängerung. Die Umstellung sei nicht weit genug fortgeschritten, um einen "reibungslosen Übergang" zu ermöglichen.

Mit dem Fristaufschub verhindere die Kommission, dass Überweisungen mit alten Kontonummern ab Februar blockiert würden, sagte Barnier. EU-Staaten und das Europaparlament müssen aber darüber noch abstimmen.    

Sepa ist der aus 33 Staaten bestehende einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum. Dazu gehören die 28 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und Monaco.   

Ziel der Umstellung auf das neue System der Nummern ist, den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen werden dafür abgeschafft und durch neue internationale Kontonummern ersetzt, die sogenannten Iban (Englisch: International Bank Account Numbers). Für deutsche Bankkunden beginnt die Iban mit DE, es folgen zwei neue Ziffern – dann die altbekannte Bankleitzahl und Kontonummer. Schon seit längerer Zeit bieten die Onlinebanking-Portale bei Überweisungen an, die alten Nummern in die Iban umzuwandeln.

Für Auslandsüberweisungen sollen die bisherigen Nummern noch bis 2016 weiter gelten.

Informationen der Bundesregierung zu Sepa hier