Als die Grünen im Bundestagswahlkampf 2013 den sogenannten "Veggie Day" anregten, war der Aufschrei groß: Passionierte Schnitzelesser fühlten sich bevormundet,  Kantinengänger waren entsetzt, und selbst die sonst so staatstragende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) spöttelte: "Leute, die wissen müssen, wann sie Fleisch essen dürfen und wann nicht, die brauchen nicht CDU zu wählen."

Fleischesser müssten aber trotz eines vegetarischen Tags pro Woche keine Mangelerscheinungen befürchten: Die Fleischproduktion in Deutschland ist nach wie vor gewaltig, wie unsere Infografik von Statista zeigt. Durchschnittlich knapp 100 Kilogramm Fleisch wurden im vergangenen Jahr pro Bundesbürger produziert – in der Summe über acht Millionen Tonnen. Konsumiert haben die Deutschen 2012 immerhin 59,5 Kilogramm pro Kopf – knapp zwei Kilo weniger als noch 2011. Der gesamte Fleischverbrauch (Konsum, Futter, industrielle Verwertung) lag 2012 bei stolzen 87 Kilogramm.

Besonders beliebt, wohl aufgrund der vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten, bleibt Schweinefleisch, das mehr als die Hälfte der kompletten Produktion und des Konsums ausmacht. Aber auch Rinder und Jungmasthühner werden für deutsche Kochtöpfe tonnenweise geschlachtet.

Anhänger des "Veggie Days" müssen sich deswegen keine Sorgen machen: In Deutschland boomen derzeit auch Lebensmittel, die Fleisch ersetzen sollen, etwa Tofu und Seitan. Vielleicht bieten Kantinen in Zukunft ja immer zwei Arten Schnitzel an, eines aus Kalbsfleisch – und eines aus Soja.