Die US-Notenbank nimmt weiterhin langsam Abschied von ihrer Krisenpolitik. Zwar werden die Anleihekäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft erneut reduziert, teilte die Federal Reserve (Fed) mit. Aber mit Zinserhöhungen ist laut einer großen Mehrheit der Mitglieder der Bank vor Mitte 2015 nicht zu rechnen. Zudem strich die Fed die Arbeitslosenquote als konkreten Zielwert aus ihrer geldpolitischen Erklärung, der eine baldige Leitzinsanhebung begründet hätte.

Die monatlichen Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren werden zum dritten Mal in diesem Jahr um zehn Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) reduziert. Damit sinkt die Summe von ursprünglich 85 auf künftig 55 Milliarden Dollar pro Monat. Experten hatten mit dem Schritt gerechnet. Die 2012 begonnenen Wertpapierkäufe sind eine geldpolitische Maßnahme zur Stärkung der Wirtschaft. Sie sollen langfristige Zinsen drücken und damit den Reiz für Investitionen schaffen.

Der Leitzins hingegen bleibt zwischen Null und 0,25 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er seit dem Beginn der Finanzkrise Ende 2008. Die Fed hatte stets versprochen, den Zins erst zu erhöhen, wenn die Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent falle. Da die Quote mit derzeit 6,7 Prozent diesem Ziel sehr nahe gekommen ist, ohne dass die Wirtschaft sich nach Ansicht der Zentralbank ausreichend erholt hat, will die Bank künftig zusätzliche ökonomische Daten stärker bei ihrer Entscheidung gewichten.

Fed-Chefin Janet Yellen sagte bei ihrer ersten Pressekonferenz seit dem Amtsantritt im Februar mehrfach, dass sich die Politik der Bank durch die Anpassung nicht ändere. Die Zinsen würden frühestens angehoben, wenn die Arbeitslosigkeit ausreichend gesunken sei und die Inflation den Zielwert von zwei Prozent überschritten habe. "Es hängt von den Bedingungen ab", sagte sie.

Weniger Arbeitslose trotz geringerem Wachstum

Zugleich fiel der Wirtschaftsausblick der Fed etwas skeptischer aus. So gehen die Notenbänker für das laufende Jahr von einem Wirtschaftswachstum zwischen 2,8 und 3,0 Prozent aus – statt wie bisher bis 3,2 Prozent. Grund dafür sei unter anderem der ungewöhnlich kalte Winter, sagte Yellen. Sie gehe von einer Besserung im zweiten Quartal aus. Im vergangenen Jahr hatte das Wachstum bei 1,9 Prozent gelegen.

Besser sehe es hingegen auf dem Arbeitsmarkt aus. Die Erwerbslosenquote falle in diesem Jahr laut Schätzungen auf 6,1 bis 6,3 Prozent. Zuvor war die Notenbank von einem Wert zwischen 6,3 und 6,6 Prozent ausgegangen.

Die US-Aktienmärkte gaben in Folge des Fed-Entscheids deutlich nach. Der Dow-Jones-Index büßte rund 0,4 Prozent ein. Der Euro fiel um gut einen halben Cent auf Kurse um 1,386 Dollar.