Durchschnittlich jeder dritte Deutsche über zehn Jahren hat im Jahr 2013 Geld gespendet – insgesamt kamen so 4,71 Milliarden Euro zusammen. Im Vergleich zu 2012 ist das eine Steigerung von 13 Prozent und das höchste Spendenaufkommen, das jemals in Deutschland gemessen wurde. Der Rekord erklärt sich vor allem mit Spenden aus dem Juni, als ein Hochwasser ganze Landstriche in Deutschland unter Wasser setzte, und dem November, als der Taifun Haiyan die Philippinen verwüstete.

Der zuvor höchste Gesamtbetrag war im Jahr 2005 mit 4,59 Milliarden gespendet worden, wie unsere Infografik vom Statistikportal Statista zeigt. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte damals ein Tsunami die Küsten Südostasiens überspült und rund 220.000 Menschen getötet. Im August desselben Jahres hatte auch Hurrikan Katrina enorme Schäden im Südosten der USA angerichtet. Mehr als jeder zweite Deutsche hatte daher 2005 Geld gespendet – in 2013 lag dieser Wert mit 34 Prozent der Bevölkerung deutlich darunter. Das bedeutet, dass 2013 zwar weniger Menschen gespendet haben, dafür aber im Schnitt einen höheren Betrag.

Das Rekordvolumen in Deutschland hängt vor allem mit den Spenden für die humanitäre Hilfe zusammen: Für diesen Zweck wurde 2013 über eine halbe Milliarde Euro mehr gespendet als noch ein Jahr zuvor. Einbußen gab es dafür beim Tierschutz, der mit 15 Millionen weniger auskommen musste, und bei der Kinder- und Jugendhilfe. Der beliebteste Spendermonat bleibt – der mildtätigen Weihnachtsstimmung sei Dank – weiterhin der Dezember. Spenden bleibt außerdem bei vielen kein einmaliges Phänomen: Durchschnittlich gibt jeder Deutsche über sechs Mal im Jahr Geld an Unicef, Rotes Kreuz und Co., im Schnitt je 33 Euro pro Einzelspende. Die Spender sind dabei umso großzügiger, je älter sie werden. Während Unter-39-Jährige pro Jahr im Mittel 91 Euro geben, spenden die Über-Siebzigjährigen sogar dreimal so viel.

Doch nicht nur mit Geld kann man Hilfsorganisationen oder Vereinen helfen. 38 Prozent der Deutschen bringen zudem ihre Freizeit als eine Art Spende ein und engagieren sich ehrenamtlich. Auch dieser Wert ist höher als noch 2012. Besonders beliebt sind diese "Zeitspenden" bei Kindern und Jugendlichen.