Die Münchner Staatsanwaltschaft legt keine Rechtsmittel gegen das Urteil gegen Uli Hoeneß ein. Damit wird die Entscheidung des Landgerichts München rechtskräftig und es steht endgültig fest, dass der langjährige Präsident des FC Bayern München dreieinhalb Jahre ins Gefängnis muss.  

Am Donnerstag hatte das Münchner Landgericht II den 62-Jährigen wegen der Hinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro verurteilt. Der Vorsitzende Richter Rupert Heindl befand, dass Hoeneß' Selbstanzeige vom Januar 2013 unvollständig und deshalb unwirksam sei.

Die Verteidigung hatte zunächst Revision angekündigt. Sie hatte gefordert, gegen Hoeneß höchstens eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Hoeneß' Verteidiger Hanns W. Feigen wollte mit einem neuen Prozess vor dem Bundesgerichtshof (BGH) auch eine grundsätzliche Entscheidung: Die Kammer müsse prüfen, wie mit einer "nicht idealen Selbstanzeige" umzugehen ist.

Hoeneß muss voraussichtlich in etwa sechs Wochen ins Gefängnis. In etwa vier Wochen sei mit der schriftlichen Urteilsbegründung zu rechnen, sagte ein Sprecher der Münchner Justiz. Dann werde vollstreckt. Etwa zwei Wochen dauere es dann in der Regel noch bis zum Einrücken ins Gefängnis. In Hoeneß' Fall wäre es dann nach Ostern so weit. "Es hängt aber alles davon ab, wie schnell wir die Akten bekommen", sagte der Sprecher.     

Am Freitag war Hoeneß von seinen Ämtern beim FC Bayern München zurückgetreten und hatte angekündigt, dass er seine Verurteilung akzeptiert und seine Anwälte nicht in Berufung gehen werden. "Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens", heißt es in einer persönlichen Erklärung. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle er sich.


Hoeneß wird seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg verbüßen.