Die Kohlekraftwerke in Deutschland zählen einem Medienbericht zufolge zu den schmutzigsten in Europa: Unter den zehn klimaschädlichsten Anlagen sind allein fünf deutsche Braunkohlekraftwerke. Das schreibt Spiegel Online und beruft sich auf ein Dokument der EU-Kommission. Demnach sind deutsche Kraftwerke für rund die Hälfte der 212 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich, die die zehn klimaschädlichsten Kraftwerke gemeinsam ausstoßen.

Die Liste wird von dem Kraftwerk Belchatow in Polen angeführt. Auf den Plätzen zwei bis vier stehen drei deutsche Kraftwerke – zwei werden von RWE, eins von Vattenfall betrieben. "Die beiden Spitzenreiter der Liste stoßen jeweils etwa so viel CO2 aus wie Slowenien in einem Jahr", sagte Damien Morries von der Umweltschutzorganisation Sandbag Spiegel Online.

Braunkohle gilt als besonders schädlich für das Klima. In Deutschland ist die Kohlestromproduktion für rund ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich, stellten Wissenschaftler des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau-Roßlau fest. In den vergangenen Jahren ist der CO2-Ausstoß weiter gestiegen, trotz Investitionen in die Erneuerbaren Energien.

Die Nachfrage nach Kohlestrom steigt: In den vergangenen Monaten sanken die Börsenstrompreise, deshalb wurde Braunkohle vermehrt zur Stromproduktion eingesetzt. Im vergangenen Jahr erreichte sie mit 162 Milliarden Kilowattstunden den höchsten Wert seit 1990. Sie ist zudem die einzige Energieform, die vollständig im eigenen Land gewonnen wird und auch noch über Jahrzehnte gewonnen werden kann, wie der Bundesverband Braunkohle mitteilte. Umweltschützer warnen angesichts des Kohlebooms, dass Deutschland seine Klimaziele insgesamt verfehlen könnte.  

Die Kohleförderer Vattenfall und Mibrag wollen ihre Produktion weiter ausdehnen. Das sächsische Innenministerium genehmigte kürzlich, dass der Tagebau Nochten im Nordosten des Landes erweitert werden könne. Auch Vattenfall will ein neues Abbaugebiet erschließen und dort 300 Millionen Tonnen Braunkohle fördern.