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Seit drei Jahren steigen die Treibhausgasemissionen in Deutschland an, im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent. Das zeigen die Daten des Umweltbundesamts, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat. 

Eigentlich sollte die Entwicklung in eine andere Richtung gehen: Bis zum Jahr 2020 will Deutschland seine Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Fachleute wie der Vizepräsident des Umweltbundesamts, Thomas Holzmann, bezweifeln, dass Deutschland das noch schafft. Halte der Trend zum Kohlestrom an, werde Deutschland seine selbst gesteckten Ziele verpassen, sagte er kürzlich. Laut Umweltbundesamt liegt die Minderung aktuell bei nur 23,8 Prozent.

Die CO2-Emissionen steigen, weil immer mehr Stein- und Braunkohlekraftwerke am Netz sind. In effiziente Gaskraftwerke zu investieren, lohnt sich derzeit für die Betreiber nicht: An der Strombörse verdienen sie damit kaum Geld. Die aktuelle Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird an dieser Situation nichts ändern.

Das Problem könnte ein funktionierender Handel mit CO2-Verschmutzungrechten in der EU lösen. Dafür müsste die Zahl der Emissionsrechte radikal verkleinert werden, damit der Preis steigt und es sich lohnt, statt in billige Kohlekraftwerke in Gaskraftwerke zu investieren. Dazu aber ist die Politik zurzeit nicht bereit.