Griechenland hat vier Jahre nach der Beinahe-Pleite erstmals wieder eine Anleihe am Kapitalmarkt verkauft. Die mit einer Nominalverzinsung von 4,75 Prozent ausgestattete Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit brachte dem Land insgesamt drei Milliarden Euro ein, teilte das Finanzministerium mit. "Die Nachfrage nach den Bonds war sehr stark", hieß es. Etwa 90 Prozent seien an institutionelle Investoren im Ausland gegangen. Die Gebote der Anleger summierten sich nach Reuters-Informationen auf mehr als 20 Milliarden Euro.

Zuvor hatte der stellvertretenden Ministerpräsidenten Evangelos Venizelos im griechischen Fernsehen zur Rückkehr an den Kapitalmarkt mitgeteilt, die Staatsanleihe sei mindestens um das Achtfache überzeichnet. "Das Ereignis des Tages ist die feierliche Rückkehr Griechenlands an die Märkte", sagte Venizelos. Derzeit wird Griechenland mit zwei internationalen Kreditpaketen vor einem Bankrott bewahrt.

Mit der ersten Anleihe seit Krisenbeginn 2010 will das Land das Interesse der Anleger testen, bevor es sich wieder vollständig über den Markt refinanziert. Die Emission der Anleihe wird von der Bank of America Merrill Lynch, der Deutschen Bank, Goldman Sachs, HSBC, JP Morgan und Morgan Stanley organisiert.

Die griechische Schuldenkrise hatte im April des Jahres 2010 begonnen, als die Athener Regierung versuchte, eine Anleihe im Wert von einer Milliarde Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren auf dem Markt zu platzieren. Die Emission ging schief: Es kamen nur Angebote für lediglich 390 Millionen Euro zusammen. Wenige Tage später richtete Athen ein Hilfegesuch an die Euro-Partner, mit Milliardenkrediten wurde das Land in der Folge vor einem Bankrott bewahrt.