Kurz vor der Aufsichtsratssitzung des Berliner Flughafens BER wächst die Kritik an Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Wie die ZEIT aus Kreisen des Gremiums erfuhr, haben die Kontrolleure für diesen Freitag mehrere Siemens-Mitarbeiter vorgeladen. Offenbar traut der Aufsichtsrat Mehdorns Beteuerungen nicht mehr, wonach Siemens "mit Volldampf" an einem Brandschutzkonzept arbeite.

Nach Recherchen der ZEIT hat die Vertragslaufzeit für den Bau einer Entrauchungsanlage noch immer nicht begonnen. Fängt Siemens nicht noch in diesem Monat mit den vertraglich geregelten Arbeiten an, dann ist eine Inbetriebnahme des Terminals vor Ablauf der maßgeblichen Baugenehmigung Ende Oktober 2016 praktisch ausgeschlossen. Dies beteuerten mehrere Führungskräfte des Flughafens gegenüber der ZEIT. Der Flughafen müsste dann eine neue Baugenehmigung beantragen.

Der Flughafen-Miteigentümer Brandenburg forderte von Mehdorn außerdem Klarheit über mögliche Kostensteigerungen. Nach Mehdorns Angaben sind die bewilligten 4,3 Milliarden Euro am Jahresende verbraucht. "Es ist Aufgabe der Geschäftsführung, wenn sie etwas will, klare und verlässliche Zahlen zu liefern. Darauf warten alle", sagte Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider.