Der wichtigste Geflügellieferant von Neuland hat Recherchen der ZEIT zufolge unter dem Label des Vereins über viele Jahre die Verbraucher betrogen. Landwirt L. aus Wietzen in Niedersachen hat gegenüber der Wochenzeitung zugegeben, dass er jahrelang konventionell gehaltene Mastvögel eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft hat. Hunderttausende Hähnchen wurden demnach mindestens in den vergangenen fünf Jahren verkauft. Landwirt L. hat damit Hunderttausende Euro verdient.

Das Fleisch wurde in ausgewiesenen Metzgereien verkauft und an viele Firmen-Kantinen geliefert, unter anderem an das Versicherungsunternehmen Allianz und das Internetunternehmen Google. Das Fleisch ist noch heute unter Neuland-Label auf dem Markt. 

Neuland ist ein bekanntes Gütesiegel, das für ethisch korrekten Konsum und artgerechte Tierhaltung steht. Es steht für Tiere, die im Freien gehalten werden und an die nur Körner aus der Region verfüttert werden sollen. Die Marke ist das Aushängeschild großer und renommierter Umweltvereine. 

Von Stiftung Warentest empfohlen

Gegründet wurde Neuland vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem deutschen Tierschutzbund und der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft. Die Stiftung Warentest empfiehlt Neuland als Alternative zu Bio: "Auf Tierschutz legen sie besonderen Wert."  

Bisher vertrauen viele Menschen auf dieses Versprechen und zahlen dafür hohe Preise. Ein Neuland-Hähnchen kostet deutlich mehr als ein durchschnittliches Supermarkt-Huhn.

Wie der Neuland-Verband reagiert, wie der Betrug stattgefunden und wie unsere Reporterin ihn entdeckt hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT.