Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dringt darauf, die Gesetze gegen Geldwäsche zu verschärfen. Das meldet die Wirtschaftswoche und beruft sich auf einen Brief, den Schäuble an Justizminister Heiko Maas (SPD) geschrieben hat. 

Darin warnt der Finanzminister vor Konsequenzen, sollte Deutschland eine wichtige Gesetzeslücke nicht schließen. Deutschland könne dann im internationalen Rahmen in ein verschärftes Überwachungsverfahren und auf eine Liste der Hochrisiko-Länder für Geldwäsche geraten. Es drohten "erhebliche Reputationsschäden". Das Finanzministerium bestätigte, dass Schäuble an das zuständige Justiz-Ressort herangetreten sei.   

Bei dem Vorhaben geht es konkret um die sogenannte "Selbst-Geldwäsche", also die Reinwaschung von Vermögen, das aus eigenen Straftaten stammt. Das Delikt wird in Deutschland nicht verfolgt. Vor allem die italienische Mafia nutze diese Gesetzeslücke, berichtet die Wirtschaftswoche.

Schäuble reagiert damit auf Druck der internationalen Organisation FATF, einer Unterorganisation des Industrieländerclubs OECD. Diese kritisiert, dass die Strafen auf Geldwäsche in Deutschland noch immer zu gering sind. Wer der Geldwäsche überführt werde, komme meist mit einer Freiheitsstrafe von unter einem Jahr davon. Deutschland ist seit 1989 Mitglied in der FATF. Das Gremium überwacht, ob die Empfehlungen zur Bekämpfung von Geldwäsche in den Mitgliedsländern eingehalten werden. 

Sollte Deutschland den jüngsten Empfehlungen der FATF nicht nachkommen, droht ein offizielles Überwachungsverfahren der OECD. Im äußersten Fall könnte Deutschland auf der Liste der "nichtkooperativen und Hochrisikoländer" landen, wo derzeit beispielsweise Nordkorea, Iran, Pakistan und Syrien verzeichnet sind.

Deutschland steht wegen der Defizite im Kampf gegen Geldwäsche und gegen organisierte Kriminalität schon länger in der Kritik. Experten gehen davon aus, dass hierzulande jährlich schätzungsweise 50 Milliarden Euro "schmutziges Geld gewaschen" werden. Davon werde weniger als ein halbes Prozent sichergestellt.

In Deutschland sind die Bundesländer für die Kontrolle zuständig. Kriminalbeamte hatten in der Vergangenheit mehrfach eine Strategie gegen Geldwäsche angemahnt.