Im Jahr 2020 sollen in der EU mindestens drei Viertel der 20- bis 64-Jährigen erwerbstätig sein. 2013 lag die Quote bei 68,3 Prozent, wie die jüngsten Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat belegen. Besonders weit sind die krisengebeutelten Südstaaten von ihrem jeweiligen Ziel entfernt. Das zeigt die Infografik, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat.

Im Sommer 2010 hatte der Europäische Rat das Wirtschaftsprogramm "Europa 2020" verabschiedet, in dem unter anderem für jedes EU-Land ein Zielwert für die Erwerbstätigenquote im Jahr 2020 festgesetzt wurde. Derzeit erfüllt neben dem kleinsten EU-Staat Malta nur Deutschland sein Ziel. In der Bundesrepublik liegt die aktuelle Rate mit 77,1 Prozent sogar leicht über dem Zielwert. Innerhalb der EU sind nur in Schweden von den 20- bis 64-Jährigen noch mehr Menschen erwerbstätig, nämlich 79,8 Prozent. In den Niederlanden sind es immer 76,5 Prozent. Beide Länder müssen bis 2020 noch 80 Prozent erreichen.

In Südeuropa hat die Wirtschaftskrise dagegen dazu geführt, dass diese mittlerweile wieder weiter von ihrem Zielwert entfernt sind als noch 2008. In Spanien etwa lag die Erwerbstätigenquote im Jahr 2008 noch bei 68,3 Prozent, inzwischen ist sie um zehn Prozentpunkte gefallen. In Griechenland sank die Quote im gleichen Zeitraum von 66,5 auf 53,2 Prozent.

Die beiden Länder müssten sich in den kommenden sechs Jahren um jeweils mehr als 15 Punkte verbessern, um den Zielwert aus der Agenda "Europa 2020" zu schaffen. Das erscheint aus heutiger Sicht kaum realisierbar.