Bei Protesten gegen das Freihandelsabkommen TTIP sind in Brüssel bis zu 250 Menschen festgenommen worden. Sie hatten vor dem Veranstaltungsort des sogenannten European Business Summit demonstriert.

Die Demonstranten wurden von der Polizei mit Handschellen abgeführt. Bei der Auflösung der Proteste kamen auch Wasserwerfer zum Einsatz. Die Polizei gehe vor, als handele es sich um einen Einsatz gegen Terroristen, kritisierte der Brüsseler Grünen-Regionalpolitiker Christos Doulkeridis, der an der Kundgebung teilnahm. Ein Polizeisprecher beklagte hingegen, dass bei der Veranstaltung auch gewählte Abgeordnete das Gesetz übertreten hätten.

Hochrangige Wirtschaftsvertreter der EU verhandeln in Brüssel über das Abkommen mit den USA. Dabei steht auch eine Ansprache von EU-Handelskommissar Karel De Gucht – der die Verhandlungen für die EU federführend leitet – auf der Tagesordnung.

Die Gegner des Freihandelsabkommens kritisieren, dass die Verhandlungen zwischen EU und USA hinter verschlossenen Türen stattfinden. Sie fürchten unter anderem eine Verwässerung europäischer Standards, wenn sich die EU und die USA auf gemeinsame Regeln einigen, um den Handel zwischen den Wirtschaftsblöcken zu erleichtern. Vom Risiko einer Katastrophe in den Bereichen Soziales, Umwelt und Ernährung sprach der Sprecher der Demonstranten, Sebastian Franco.