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Im Gastgewerbe sind prekäre Arbeitsverhältnisse sehr weit verbreitet. Das zeigen Zahlen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE aufbereitet hat. Knapp 160.000 Angestellte, darunter etwa 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und knapp 90.000 Minijobber, müssen inzwischen ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken. 

Nach Angaben der Wissenschaftler ist das Gastgewerbe damit die Branche mit der zweithöchsten Aufstocker-Quote – nach dem Reinigungsgewerbe. Auch die Zahl der Minijobber, die zusätzlich Hartz IV beantragen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Den Staat kostet diese Entwicklung viel Geld: Allein im Jahr 2011 gab er rund 1,5 Milliarden Euro aus, um die Löhne von Kellnern, Köchen und Barkeepern aufzustocken, so die Studie.  

Auch wenn Wirte und Cafébesitzer mit Niedriglöhnen vielleicht kurzfristig Geld sparen können: Die gewerkschaftsnahen Wissenschaftler warnen vor den Folgen. Im Jahr 2012 gehörten gleich fünf Berufe im Gastgewerbes zu den Top Ten der unbesetzten Ausbildungsplätze. Beispiel Koch: Schlechte Löhne und harte Arbeitszeiten führen dazu, dass fast die Hälfte der angehenden Köche ihre Ausbildung vorzeitig beendete.