US-Präsident Barack Obama, Vizepräsident Joe Biden und dessen Sohn Hunter während eines Basketballspiels im Jahr 2010 © Chuck Myers/Getty Images

Der Sohn von US-Vizepräsident Joe Biden wird Mitglied im Direktorium des größten privaten Gasunternehmens der Ukraine. "Hunter Biden übernimmt die Rechtsabteilung des Konzerns und vertritt das Unternehmen im Verkehr mit internationalen Organisationen", heißt es in einer Mitteilung der Burisma Holding.

Biden ist einer von zwei Söhnen des US-Vizepräsidenten und Wirtschaftsanwalt der New Yorker Großkanzlei Boies, Schiller & Flexner. Er tritt zusammen mit Devon Archer in das ukrainische Unternehmen ein, der wiederrum ein enger Freund des Stiefsohns von US-Außenminister John Kerry sei, berichtet das Wall Street Journal. Die beiden Amerikaner sollen dem Gaskonzern helfen, zu expandieren, US-Investoren zu gewinnen und die innere Unternehmensführung zu verbessern.

Das Weiße Haus in Washington und das Büro von Vizepräsident Biden ließen in einer Stellungnahmen wissen, dass "Hunter Biden eine Privatperson und ein Anwalt" sei und als solcher frei agieren könne. Sein Vater unterstütze kein bestimmtes Unternehmen und habe keinerlei Verbindung zu Burisma.

Förderlizenzen aus der Janukowitsch-Ära

Nach Angaben des Wall Street Journal wird die Burisma Holding vom ukrainischen Großunternehmer und Politiker Nikolai Zlochewski kontrolliert, der in der Regierung des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch zuletzt Energieminister war. In dieser Zeit habe sein Unternehmen viele Lizenzen zur Gasförderung erhalten und die Produktion deutlich gesteigert.

Im Jahr 2013 hat Burisma nach eigenen Angaben etwa 450 Millionen Kubikmeter Gas gefördert und ist damit im ersten Quartal zum größten privaten Produzenten des Landes aufgestiegen. Einen Großteil seiner Erzeugnisse verkauft Burisma innerhalb der Ukraine. Die Bedeutung des Unternehmens dürfte dadurch zunehmen, dass Russland seine Gasexporte in die Ukraine verteuert hat und das Land deshalb stärker auf eigene Quellen angewiesen ist.