Die Landwirtschaft wird von der EU pro Jahr mit 58 Milliarden Euro subventioniert. Das ist aber noch nicht alles: Hinzu kommen weitere Milliarden aus den nationalen Haushalten.

In vielen Ländern stammt so mindestens die Hälfte aller Agrareinkommen aus europäischen und nationalen Zuwendungen, wie unsere Infografik zeigt, die das Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellt hat. Innerhalb der Euro-Zone ist Malta Spitzenreiter, dicht gefolgt von Frankreich, Estland und den Niederlanden. In der gesamten Europäischen Union nimmt Großbritannien mit 90 Prozent den Spitzenplatz ein.

Die Zuwendungen konzentrieren sich dabei zum größten Teil auf die effizientesten und größten Betriebe. In Deutschland erhalten beispielsweise zwei Prozent der Unternehmen mehr als 100.000 Euro pro Jahr von der EU, wie aus einer Studie der Böll-Stiftung hervorgeht. Rund die Hälfte der Landwirte bekommen dagegen weniger als 5.000 Euro.

Ende April hat das Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht, wer im vergangenen Jahr in Deutschland Geld von der EU erhalten hat. Der größte Teil der Agrarsubventionen ging demnach nicht an Unternehmen, sondern an Behörden. Aber immerhin fast 500 Unternehmen erhielten mehr als 500.000 Euro. Das bekannteste Beispiel: der Zuckerhersteller Südzucker mit mehr als zwei Millionen.

Die Europäische Union gehört – auch aufgrund der hohen Subventionen – zu den größten Exporteuren von Getreide-, Fleisch und Milchprodukten und hat somit einen starken Einfluss auf die Weltmarktpreise. Die hohen staatlichen Zuwendungen führen laut Böll-Stiftung dazu, dass viele afrikanische Länder auf billige Importe umsteigen, statt die heimische Landwirtschaft zu fördern.

In regelmäßigen Abständen werden deshalb heftige Debatten über den Abbau von staatlicher Förderung geführt. Bislang hat sich die Agrar-Lobby aber immer durchsetzen können. Die nächste Reform ist erst für 2020 geplant.