Eine Studie der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat bei fünf deutschen Flughäfen schwerwiegende Sicherheitsmängel festgestellt. Das geht aus einer bei der Internationalen Luftfahrt-Ausstellung veröffentlichen Mängelliste der VC hervor. Demnach beanstandet die Pilotengewerkschaft die Flughäfen Friedrichshafen, Weeze, Lübeck, Memmingen und Zweibrücken. Ohne Mängel seien dagegen die Airports in Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Leipzig, München, Stuttgart und Bremen. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt landete mit kleineren Mängeln im vorderen Mittelfeld.

Die schlechteste Bewertung bekam der Regionalflughafen in Memmingen. Dem Flughafen fehle unter anderem eine Mittellinienbefeuerung der Startbahn, an der sich der Pilot orientieren könne. Auch sei die Bahn deutlich schmaler, als sie sein sollte, teilte die VC bei der Vorstellung der Mängelliste mit. Als besonderes Risiko sieht die VC Rangiermanöver auf der Startbahn, weil parallele Rollwege zu jedem Bahnkopf fehlen oder nicht nutzbar sind. Das sei in Lübeck, Memmingen und Zweibrücken der Fall. Häufig wurden auch verkürzte Anflugbefeuerung, fehlende oder schlecht einsehbare Windsäcke sowie fehlende Leuchten auf den Rollwegen oder in der Landezone kritisiert.  


Bei den durchgefallenen Flughäfen handelt es sich ausschließlich um Regionalflughäfen, die vor allem von Billigairlines angeflogen werden. "Es ist klar, dass diese Flughäfen weniger einnehmen und es ihnen schwerer fällt, Mängel zu beseitigen" sagte Schulz. Die Konkurrenz gerade unter den kleineren Airports sei zu groß, Deutschland habe zu viele Kleinflughäfen.  

Grundsätzlich erfüllen alle deutschen Flughäfen nach Angaben der Piloten-Vereinigung die Mindeststandards der Internationalen Luftfahrtbehörde ICAO. "Eine fortschrittliche Industrienation wie Deutschland sollte sich bei der Flugsicherheit aber nicht mit Mindestanforderungen begnügen, sondern moderne Standards berücksichtigen", sagte VC-Präsident Ilja Schulz.

Die Pilotengewerkschaft legte der Untersuchung höhere Ansprüche zu Grunde als die gültigen internationalen Regeln. So reichten die vorgeschriebenen 90 Meter Freifläche nach dem Ende einer Landebahn nicht aus, sagte VC-Vorstandsmitglied Martin Locher. Es müssten 240 Meter sein, um Schlimmeres zu verhindern, wenn ein Flugzeug über die Bahn hinausschieße. Das hätten mehrere Studien gezeigt.